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Haben Sie einen Plan B für das Wetter?

Triathleten sind bekannt für ihre penible Wettkampfvorbereitung. Sie trainieren nach Plan, ordnen ihren Tagesablauf und ihre Lebensweise dem großen Ziel unter. Nichts wird dem Zufall überlassen, nichts bringt sie aus der Ruhe. Im Training verzehren sie ausnahmslos die Sporternährungsprodukte, die sie auch beim Saisonhöhepunkt unter Ausbelastung vertragen. Kurz vor dem großen Tag werden dann noch Mäntel und Schläuche unter Wettkampfbedingungen gewechselt, die Schaltung eingestellt und das Rad geputzt. Für alle Eventualitäten haben sie einen Plan B parat.

Wirklich? Für alle? Hinsichtlich des Wetters bin ich mir da jedoch nicht ganz sicher. Wird bei der Wettkampfbesprechung ein Neoprenverbot ausgesprochen, scheinen binnen Sekunden „unendlich viele“ Träume wie ein Kartenhaus zusammenzufallen. Vielen Triathleten sieht man förmlich an, dass sie diese Möglichkeit überhaupt nicht in Betracht gezogen haben.

Vergessen Sie nicht, ALLE Mitstreiter müssen sich dieser Herausforderung stellen, auch mit möglichen Wetterkapriolen beim Radfahren und Laufen. Die einen lieben mehr Sonnenschein und Hitze, andere eher kühle Temperaturen. Die Wahrscheinlichkeit, dass meine bevorzugten äußeren Witterungsbedingungen am Wettkampftag vorherrschen, liegt bei 50 Prozent. Ich selbst stelle mich im Vorfeld mental auf die anderen 50 Prozent ein. Auch wenn ich als eher schlechter Schwimmer an ein Neoprenverbot gar nicht denken mag, hilft es mir ungemein, wenn ich mir selbst Mut mache, dass ich gerade unter diesen Umständen gut abschneiden werde, da meine Mitstreiter ohne Neo noch viel größere Probleme haben. Gleiches gilt auch bei Regen. Wer sich immer wieder einredet, dass Regen „genau sein Wetter“ ist, wird am Wettkampftag zwar zum Himmel schauen und die Sonne herbeisehnen, aber definitiv nicht griesgrämig dreinschauend und schlecht gelaunt durch den Startbereich laufen und jedem erzählen, dass heute nicht sein Tag ist.

Machen Sie sich locker, entspannen Sie sich! Wie soll ein Wettkampf einen erfolgreichen Ausgang haben, wenn man schon derart negativ das Rennen angeht? Vielleicht sollten diejenigen besser ihre sieben Sachen packen und nach Hause fahren, um sich den Tag nicht auch noch durch ein miserables Abschneiden vollends zu verderben. Die weitaus sinnvollere Alternative ist jedoch, sich im Vorfeld mental mit den ungeliebten 50 Prozent auseinanderzusetzen.

Ich wünsche Ihnen für die anstehenden Wettkämpfe ein gutes Gelingen und maximalen Erfolg.

Ihr

Klaus Arendt
[Chefredakteur]

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