Sonja Tajsich:
Ich kann wieder rennen wie der Teufel

Sonja Tajsich hat die Tage ein straffes Programm. Letzte Woche trainierte sie sich noch mit den Teammitgliedern von Erdinger Alkoholfrei auf Fuerteventura. Diese Woche geht es schon wieder nach Lanzarote, um ihr eigenes Trai- ningscamp zu leiten.  Auch die Rennen der Saison 2015 sind schon geplant. Wir haben nachgefragt, wie es der 39-Jäh- rigen nach ihren Verletzungssorgen in den letzten zwei Jahr geht und was sie sich für diese Saison vorgenommen hat.

Sonja Tajsich hat definitiv schwierige Zeiten hinter sich. Seit einem Sturz beim Laufen 2013 wollte es bei ihr einfach nicht mehr rundlaufen. Eine Verletzung folgte die nächste. Einmal zwickte der Ischias, das andere mal die Plantarfaszie am Fuß. Die Folge – mangelndes Trai- ning, unfreiwillige Rennaustiege oder Wettkampfergebnisse, bei denen die Viertplatzierte des Ironman Hawaii 2012 deutlich unter ihren Möglichkei- ten blieb.  Zum Glück ist die gebürtige Münchnerin ein durch und durch posi- tiver Mensch und zudem ein Stehauf- männchen, das sich nicht so schnell unterkriegen lässt. Im vergangenen August war die dreifache Ironmansie- gerin aber dennoch ziemlich am Boden. Zu dem Verletzungspech kam ein Augenvirus, der sie zum Saisonabruch 2014 zwang und sie wirklich komplett ratlos zurückließ.  Nachdem alles überstanden war, fasst Sonja allerdings neuen Mut und den Entschluss: „Ich möchte selbst bestimmen, wann und wie ich meine Karriere beenden – ich mache weiter!“ Seit Oktober trainiert sie unter ihrem neuen Coach Wolfram Bott, ist neu motiviert und mit der Form geht es auch wieder steil nach oben.

Sonja, wie geht es dir? Bist du ohne Verletzungen ins neue Jahr gestartet und kannst wieder alle Umfänge und Intensitäten nach Plan trainieren?
Mir geht´s ausgezeichnet und ich kann mich wieder voll belasten. Letztes Jahr war wirklich schwierig für mich. Nach meinen gan-zen Verletzungen war ich ziemlich zer- mürbt und die Motivation weiterzu- machen, war gleich Null. Aber jetzt habe ich wieder Freude am Sport und es läuft richtig gut. Seit Dezember bin ich komplett verletzungsfrei. Auf Fuerte- ventura habe ich einen ersten Härte- test absolviert. Es lief alles super – ich bin gerannt wie der Teufel. Mit meinem Coach Wolfram Bott habe ich im Dezember wieder locker angefangen zu trainieren und habe die Umfänge und Intensitäten langsam gesteigert. Im Fokus stand auch mein Schwimmtraining und ich muss sagen, wir sind mit meinen Fortschritten sehr zufrieden.

Wie ist dein erstes Trainingslager in den vergangenen Tagen auf Fuerteventura verlaufen?
Ich hatte richtig Spaß mit meinem Team und hab untern anderem mit Julia Gajer und Daniela Sämmler zusammen tolle Einheiten im Becken, auf dem Rad und beim Laufen absolvierte. Der Zusammenhalt war super und ich bin einfach nur froh, dass ich wieder dabei bin und meine Form täglich besser wird.

Was hast du dir für diese Saison vorgenommen? Was sind deine Ziele und wie sieht dein Rennkalender aus?
Zwischen meinen drei Trainingscamps im Februar und März auf Lanzarote und über Ostern auf Mallorca werde ich zwecks erster Standortbestimmung beim Ironman Südafrika starten. Das Rennen habe ich von zwei Starts in sehr guter Erinnerung – hier bin ich u.a. 2009 nach der Geburt meiner Tochter mit persönlicher Bestzeit auf Rang zwei ins Ziel gekommen. 2010 habe ich das Rennen gewonnen. Daher freu ich mich wirklich sehr auf diesen Wettkampf und bin gespannt, was ich dort leisten kann. Je nachdem wie es in Südafrika läuft, starte ich danach bei den 70.3-Rennen in St. Pölten und Rapperswil. Danach ist geplant, beim Ironman in Frankfurt weitere Punkte für Hawaii zu sammeln. Aber wie schon erwähnt, erst einmal möchte ich schauen, wie das Rennen in Südafrika läuft und dann sehen wir weiter.

Sonja, danke für das kleine Interview. Bleib gesund und viel Erfolg für die Saison 2015.

Interview: Meike Maurer
Fotos: Armin Schirmaier und Klaus Arendt | tritime-magazin.de

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