#aufdersuchenachdemflow – Teil 2

Trainingsumfänge alleine, machen noch  keinen erfolgreichen Sportler aus. Wer nur für den Sport lebt, vergisst manchmal das „richtige“ Leben und verliert schnell beim ersten Mißerfolg die Begeisterungsfähigkeit.

 

Florian Teichmann ist 24 Jahre alt und studiert in Tübingen Philosophie. Unter dem Hashtag #aufdersuchenachdemflow bloggt er über die Themen Philosophie – Triathlon – und seinen Weg zur IM70.3-Weltmeisterschaft nach Chattanooga.

2011 ist Florian Teichmann von der Leichtathletik zum Triathlon gewechselt. Triathlon fasziniert ihn, weil es ein vielseitig anspruchsvoller Sport ist, der einen immer wieder neu herausfordert.

Im Urlaub in Lissabon

„Wehe dir, wehe allen, die ihr Leben damit verbringen, eine Beglückungsmaschine erfinden zu wollen!“ schrieb einst Fernando Pessoa, einer der berühmtesten Poeten Portugals. Vor ein paar Tagen war ich mit meiner Freundin in dem Haus in Lissabon, in dem er die letzten Jahre seines Lebens verbracht hat. Bei einer Führung durch einen enthusiastischen Pessoa-Liebhaber erfuhren wir mehr über den eigensinnigen, sprachbegabten Portugiesen. Der von 1888 bis 1935 lebte und erst nach seinem Tod weltberühmt wurde. Auf unserer Reise durch diese historisch reiche Metropole haben wir noch viele weitere neue Orte erkundet, viele schöne Momente erlebt und viel Zeit zu zweit verbracht.

Alles dreht sich um Triathlon

Warum ich in einem Triathlon-Blog über einen ‚normalen‘ Urlaub berichte? Weil wir Triathleten dazu tendieren, unseren Sport über Alles zu stellen. Wir organisieren unser Leben um den Sport herum und integrieren nicht den Sport in unser Leben. Sobald wir wegen Krankheit, Verletzung oder gar Familie vom Training abgehalten werden, sind wir schlecht gelaunt oder versuchen, die ‚verlorenen‘ Einheiten wieder aufzuholen. Dabei zeigt uns die Forschung schon seit Jahren, dass Erfolg von mehr Faktoren abhängt, als von den Trainingsumfängen alleine.

Glücklich sein ist kein Zufall

Deshalb schreibe ich in diesem Blogeintrag nicht über Trainingspläne, Material oder Wettkampftipps, sondern über mein Leben und wie ich den Sport darin integriere. Dabei denke ich immer daran, dass ‚glücklich sein‘ eine Entscheidung ist. Glück finde ich nicht zufällig, sondern ich entscheide mich, das Glück in meinem Leben zu erkennen. Wie eben schon Pessoa warnte, versucht nicht eine Beglückungsmaschine zu erfinden, sondern entscheidet euch, das Glück in eurem Leben zu erkennen.  

Sport ist nicht alles

Am wichtigsten ist es dabei zu erkennen, dass der Sport nicht Alles ist. Nur wer in all seinen Lebensbereichen das Glück erkennt, kann auf der Suche nach dem Flow erfolgreich sein. Den auf der Suche nach dem Flow, geht es vor allem um Begeisterung. Begeisterung für das Leben und was es alles zu bieten hat. Denn das Gegenteil des Flow ist die Apathie, das nicht Vorhandensein von Emotionen. Auch das hat Mihály Csíkszentmihályi in seinen Studien herausgefunden. Deshalb schreibe ich in meinem zweiten Beitrag über die Themen Begeisterung, Glück und Emotionen.

Das Leben hat mehr zu bieten …

Damit möchte ich dazu auffordern, einmal eine Trainingseinheit auszulassen und mit der Freundin ins Kino zu gehen oder eben am Wochenende ein Museum zu besuchen, anstatt die Sonntagsradausfahrt bei schlechtem Wetter durchzuziehen. Kurz um, das Leben hat eben noch mehr zu bieten, als Kacheln zählen, Watt treten und Lauf-ABC üben. Und wenn ihr dann wieder zum Sport kommt, seid ihr auf der Suche nach dem Flow wieder einen Schritt weiter.

 

Text und Foto: Florian Teichmann

 

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