Sollte man sich als Sportler wirklich mit Low Carb-Diäten quälen?

LOW CARB DIET Fitness and weight loss concept, dumbbells, white scale, fruit and tape measure on a wooden table, top view, free copy spaceNeue Forschungserkenntnisse zeigen, dass Sportler nicht unbedingt ihre Leistungsfähigkeit fördern, indem sie auf eine Low-Carb-High-Fat-Ernährung setzen. Eine Studie bestätigt, dass eine Ernährung mit gezielter Kohlenhydratzufuhr für Sportler leistungsfördernder ist.

 

Eine aktuelle Studie von 2016, die vom Australian Institute of Sports mit 21 toptrainierten Ausdauer-Athleten durchgeführt wurde, zeigt, dass sich die Leistungsfähigkeit von Elite-Athleten, die sich nach der Low-Carb-High-Fat-Strategie versorgten im Vergleich zu Athleten, die eine periodisierte bzw. hohe Zufuhr von Kohlenhydraten zusichnahmen, verschlechterte.

Die Athleten wurden dabei in drei Ernährungsgruppen eingeteilt, die sich in der Verteilung der Kohlenhydrate und Fette unterschieden, jedoch vom Energiegehalt identisch waren:
1. Athleten mit einer hohen Kohlenhydratzufuhr
2. Athleten mit einer an die Belastung angepassten, periodisierten Kohlenhydratzufuhr
3. Athleten, die sich nach der LCHF-Strategie (low carb high fat) ernährten

Die Studie, die von renommiertesten Wissenschaftlern durchgeführt wurde, zeigt, dass die LCHF-Ernährung keinerlei Vorteile im Vergleich zu High Carb-Ernährung und einer periodisierter Zufuhr von Kohlenhydraten bringt.

Sportliche Leistungsfähigkeit
ohne Kohlenhydratzufuhr reduziert
Tatsächlich führte hochintensives Training bei der LCHF-Gruppe zu keinerlei Verbesserung der Leistungsfähigkeit während in den beiden anderen Gruppen deutliche Leistungsverbesserungen messbar waren. Die Studie bestätigte ebenso eine Verschlechterung der „Leistungs-Ökonomie“ unter einer LCHF-Ernärhung und einen erhöhten Sauerstoffbedarf für die gleiche Arbeit.

Fettsoffwechsel versus Kohlenhydratstoffwechsel
Die Frage ist, ob die klare Verbesserung des Fettstoffwechsels (FSW) unter LCHF vorteilhaft oder nachteilig für den Athleten ist. Hier gibt es verschiedene Sichtweisen. Fakt ist, dass eine Verbesserung des Fettstoffwechsels mit einer Verschlechterung des Kohlenhydratstoffwechsels einhergeht, was sich logischerweise negativ auf die Leistungsfähigkeit bei hochintensiven Belastungen auswirkt, da Fett nicht der Treibstoff für den anaeroben Bereich ist.

Die Studie konnte zeigen, dass sich der Fettstoffwechsel verbessert, wenn der Anteil an zugeführten Kohlenhydraten reduziert wird. Entsprechende Adaptionen stellen sich sehr schnell ein. Es gibt allerdings keine „gutkontrollierten“ Studien, die eine Leistungsverbesserung unter LCHF belegen können.

Im Moment sieht es so aus, dass die Strategie der periodisierten Zufuhr am sinnvollsten für ambitionierte Sportler und Top-Athleten ist. Dies deckt sich mit den Erfahrungen von Caroline Rauscher aus vielen Jahren Arbeit im Weltklassebereich in 16 verschiedenen Sportarten.
Bleiben wir gespannt was uns die Forschung noch an neuen Erkenntnissen bringen wird..

Mehr Infos zur Studie

Caroline RauscherCaroline Rauscher ist studierte Pharmazeutin mit Weiterbildung im Bereich Ernährung. Sie besitzt fundierte Kenntnisse im Bereich der Leistungsphysiologie. Ihre Kontakte zu weltweit führenden Forschern nutzt sie u.a. für eine optimale und individuelle Konzeption von Sportgetränken, für die Herstellung von Mikronährstoffen je nach Bedarf eines Sportlers sowie für die Ernährungsberatung von Profis und Amateuren. Sie betreut international erfolgreiche Winter- und Sommersportler. Darunter bekannte Namen wie Julia Gajer, Yvonne van Vlerken, Eva Wutti, Laura Philipp, Nils Frommhold, Florian Angert. Mehr Infos

Foto: Fotolia/adiruch nac hiangmai

3 Gedanken zu “Sollte man sich als Sportler wirklich mit Low Carb-Diäten quälen?

  1. Als top leistungssportler muss man seine Ernährung unter ganz anderen Gesichtspunkten betrachten als ein normaler Sportler, als ein nicht Sportler und anders als ein übergewichtiger abnhemen-sportler.

    Daher sind entsprechende vergleiche und Verallgemeinerungen in meinen Augen nicht zulässig und ehrlichgesagt die Idee LCHF als Leistungssteigerung auf höchstem Niveau zu verstehen schon absolut absurd.

  2. Da muss ich mal herzlich lachen bei der Studie 😉
    DREI WOCHEN reichen keinesfalls für eine Adaption eines vorher High Carb Sportlers auf eine ketogene Ernährungsform. Was glaubt ihr denn, wie schnell sich Mitochondrien, Enzyme etc. bilden?
    Die Umstellungsphase dauert alleine schon im Fastenzustand 3-4 Wochen, bis sich der Glukosespiegel und die Ketonproduktion auf einem gleichbleibendem Level befinden. Bis der Körper mit Ketonkörper und Fett arbeiten kann, dauert es.
    Fazit: Schlechte Studie zum Thema Ketogen 😉
    Lieber mal die FASTER Study anschauen. Da sieht das nach einem Jahr anders aus.
    Vielleicht sollte man Studien auch interpretieren können.