tritime tested: Sailfish „Ulimate IPS“

Das neue Topmodell von Sailfish, der „Ulimate IPS“, soll derzeit in Sachen Neoprenanzug das Maß der Dinge sein. Wir testeten das Modell im Schwimmbecken, im See und beim Wettkampf.

 

Produkteigenschaften (Herstellerangaben):
Der „Ulimate IPS“ besitzt einen engen, ergonomischen Schnitt, der sich dem Körper anpasst.
Die spezielle Nano Space Cell 2-Beschichtung sorgt für viel Flexibilität und perfekte Gleiteigenschaften im Wasser.
Ein sogenannte Stability Aero and Chest Panel stabilisiert den Hüft- und Brustbereich.
Im Neopren eingeschlossene Luftzellen erhöhen den Auftrieben.
Das Avevia Super Dry Innenmaterial gewähleistet Tragekomfort und saugt sich nicht mit Wasser voll.
Ein spezielles Panel sowie eine spezielle Schnittführung sorgen für sehr viel Flexibilität unter den Achseln.
Durch spezielle Schnitte und dicke Neoprenstärken wird generell Auftrieb erzeugt.


Materialstärken:

Arm/Schulter: 1,5 mm
Brust: 4,5 mm
Hüfte: 4,5 mm
Oberschenkel: 4,0 mm
Unterschenkel: 2,5 bis 4,0 mm

Test des „Ultimate IPS“

Eines vorne weg: Klar ist, den perfekten und idealen Neoprenanzug für alle, gibt es nicht, denn der vermeintlich beste Anzug ist, wie auch beim Laufschuhkauf, eine komplett individuelle Geschichte und hat viel mit dem Schwimmstil, der eigenen Körperfigur sowie den Fähigkeiten zu tun. Ein Anzug, der für mich perfekt erscheint, kann für einen anderen Athleten daher schon sehr viel weniger geeignet sein.

An- und Ausziehen: Musste man sich noch vor ein paar Jahren in manche Neomodelle mühsam und Zentimeterweise „hineinschälen“, fällt das Anziehen beim „Ulimate IPS“ überhaupt nicht schwer. Ich benötigte für ein sicheres und schnelles Anziehen weder Handschuhe noch eine spezielle Technik – einfach von den Beinen her langsam nach oben ziehen. Schauen, dass genügend Material im Schritt vorhanden ist – weiter hochziehen und fertig. Auch langes Zurechtziehen und Zippeln fällt aus, da sich die Materialien gut und schnell an den Körper anschmiegen. Der „Ulimtate IPS“ sitzt bei mir perfekt und engt mich nicht ein. Vor allem am Hals ist der tiefe Ausschnitt sehr angenehm. Selbst der doppelte Abschluss mit einer Art „Bündchen“ drückt bei mir nicht, und das will tatsächlich etwas heißen, da ich in diesem Bereich sehr empfindlich auf ein einengendes Gefühl reagiere. Auch das Ausziehen ist ein Kinderspiel. Das geschmeidige Innenfutter haftet nicht am Körper, sodass die schnelle Wechselzeit nahezu garantiert werden kann.

Flexibilität im Arm- und Schulterbereich: Die Flexibilität im Schulterbereich ist gut. Allerdings gibt es bereits Neoprenmarken, die in diesem Bereich mit nur 1 Millimeter Materialdicke auf sich aufmerksam machen und diesen Dickenunterschied merkt man, gerade, wenn man wie ich zu den eher armschwachen Schwimmern gehört. Natürlich haben diese extrem dünnen Neodicken auch einen entscheidenden Nachteil, sie können sehr leicht kaputt gehen. Hier sollte man abwägen, was einem wichtiger ist. Die Gleit- und Zugphase sind mit dem „Ulimate IPS“ gefühlt perfekt.

Auftriebe im Oberkörperbereich: Der „Ulimate IPS“ bietet tatsächlich einen maximalen Auftrieb im Wasser, was natürlich für eine gute Gleitposition hervorragend ist. Dies hängt zum einen mit dem dicken Neoprenmaterial und zum anderen mit den eingearbeiteten Luftkammern zusammen, die sehr gut funktionieren.

Auftriebe der Beine: Durch die Dicke des Neoprens an den Beinen und besonders an den Oberschenkeln werden die Beine gut nach oben gedrückt. Für meinen Geschmack etwas zu viel, da ich grundsätzlich zu den Schwimmern mit guter Wasserlage gehöre und dadurch schon fast kontraproduktiv ins Hohlkreuz gerate.

Fazit: Der „Ulimate IPS“ ist definitiv sehr angenehm zu tragen. Nichts drückt oder scheuert am Hals. Frieren tut man in diesem Modell sicher auch nicht so schnell, und durch die relativ dicken Materialien und die sehr gut verarbeiteten Nähte sollte die Materialempfindlichkeit auch eher gering sein. Optisch kommt der „Ulimate IPS“ sehr schlicht und ohne großen Schnickschnack daher. Auf die angegebene Größentabelle von Sailfish kann man sich zudem übigens gut verlassen.
Das Modell ist sicherlich eines der schnellsten derzeit auf dem Markt, wie schnell, hängt allerdings natürlich vom Schwimmer, dessen Vorlieben, Figur und Können ab … und eben auch damit, ob man sich im Anzug tatsächlich wohlfühlt. Für mich persönlich war die Passform sehr gut. Meine Wasserlage fühlte sich auch im Wettkampf ruhig und stabil an. Die Flexibilität im Arm-Schulterbereich empfand ich als gut. Der Auftrieb im Oberkörperbereich war sensationell, ebenso im Beinbereich, was aber leider für mich nicht optimal ist. 875 Euro sind zudem ein stolzer Preis für ein Equipment, das im Regelfall fünf Jahre Haltbarkeit besitzt und dann, egal bei welcher Materialqualität und Pflege, an Elastizität verliert und langsam aber sicher spröde wird. Daher mein einfacher Tipp: wie immer unbedingt ausprobieren, vergleichen und schauen, ob der „Ultimate IPS“ für euch sein Geld wert ist.

Mehr Infos

Text: Meike Maurer
Foto: Holger Schmidt

 

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