Ironman Südafrika: Kyle Buckingham löst Hoffman ab

Der zweifache Sieger des Ironman Südafrika, Ben Hoffman, konnte seinen Titel aus den Vorjahren nicht zum dritten Mal verteidigen. Stattdessen feierte Lokalmatador Kyle Buckingham seinen bislang größten Erfolg.

 

Bei den Ironman African Championship in Port Elizabeth ging es bei den Profis nicht nur um 4.000 Kona Pro Points und für den Sieger um die direkte Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii, sondern auch um ein preisgeld von insgesamt 150.000 US-Dollar.

Das Rennen der Herren

Das Aufeinandertreffen vieler Stars der Szene versprach einen heißen Tanz, allerdings fand dieser in erster Linie „gefühlt“ bei den Herren statt. Auch wenn „Radrakete“ Cameron Wurf auf seiner Paradedisziplin seinen beim Schwimmen eingehandelten knapp vierminütigen Rückstand in einen mehr als komfortablen 8-Minuten-Vorsprung umwandelte, lagen ihm nach dem zweiten Wechsel mit dem zweifachen Sieger Ben Hoffman, Kyle Buckingham, Eneko Llanos und Maurice Clavel, der bis dahin ein taktisch ausgezeichnetes Rennen absolvierte, gleich vier starke Läufer im Nacken. Allerdings fiel bereits nach wenigen Kilometern Titelverteidiger Ben Hoffman aus der Verfolgergruppe heraus. Er musste sich mit Krämpfen „herzumschlagen“ und zog einen für ihn somit „gebrauchten Wettkampf“ als Bestätigungsrennen für die WM am 13. Oktober durch.

29 Kilometer dauerte es beim abschließenden Marathon, bis der Lokalmatador Kyle Buckingham seinen Radrückstand von zehn Minuten gegenüber Wurf wettmachen konnte und erstmalig die Fühung übernahm. Aber auch Maurice Clavel verkürzte beim Laufen ebenfalls seinen zehnminütigen Rückstand Kilometer um Kilometer. Als die Führung wechselte lag „Mr. Krawall“ immer noch auf Rang 4, allerdings nur noch mit einem Abstand von knapp fünf Minuten. Es blieb also spannend, zumal Ronnie Schildknecht in der Verfolgung gleich mehrere Plätze gut machte und sich 13 Kilometer vor dem Ziel bis auf Rang 5 vorarbeiten konnte.

Zum Ende des Marathons zeigte sich einmal mehr, dass ein stark herausgefahrener Vorsprung auf dem Zeitfahrrad meist seine Spuren hinterlässt. Cameron Wurf wurde auf den letzten Kilometern nicht nur von Josh Amberger überholt, sondern auch von Maurice Clavel. Der 34-jährige Buckingham ließ sich von all dem nicht mehr beeindrucken und lief – seine Marathonzeit betrug 2:48:42 Stunden – einem beeindruckenden Sieg entgegen. Seiner Siegerzeit betrug 8:13:00 Stunden.

Maurice Clavel feierte seinen dritten Platz auf der Ziellinie überschwenglich und tanzte der Ziellinie in seiner bekannten „Krawall-Art“ entgegen.

Endergebnis Herren

1. Kyle Buckingham nach 8:13:00 Stunden
2. Josh Amberger nach 8:16:01 Stunden
3. Maurice Clavel nach 8:18:51 Stunden
4. Cameron Wurf nach 8:20:07 Stunden
5. Ronnie Schildknecht nach 8:23:09 Stunden
6. Jonathan Shearon nach 8:23:57 Stunden
7. Alessandro DEGASPERI nach 8:25:10 Stunden
8. Giulio MOLINARI nach 8:25:29 Stunden
9. Philipp KOUTNY nach 8:26:18 Stunden
10. Eneko LLANOS nach 8:31:55 Stunden

Zwischenstände Herren

nach dem Radfahren
1. Cameron WURF nach 5:12:31 Stunden
2. Josh AMBERGER nach 5:20:13 Stunden
3. Kyle BUCKINGHAM nach 5:22:15 Stunden
4. Maurice CLAVEL nach 5:22:19 Stunden
5. Ben HOFFMAN nach 5:22:21 Stunden
6. Eneko LLANOS nach 5:22:28 Stunden

nach dem Schwimmen
1. Josh AMBERGER nach 46:23 Minuten
2. Peru ALFARO SAN ILDEFONSO nach 48:11 Minuten
3. Evert SCHELTINGA nach 48:13 Minuten
4. Giulio MOLINARI nach 48:18 Minuten
5. Alberto CASADEI nach 48:19 Minuten
6. Reece BARCLAY nach 48:20 Minuten
7. Maurice CLAVEL nach 48:20 Minuten
8. Kyle BUCKINGHAM nach 48:21 Minuten
9. Eneko LLANOS nach 48:27 Minuten
10. Markus FACHBACH nach 49:12 Minuten

Top-Favorit und Titelverteidiger Ben Hoffman benötigte knapp drei Minuten länger als der  Führende Amberger. Der bekannt gute Zeitfahrer Cameron Wurf lag zu diesem Zeitpunkt bereits 3:50 Minuten zurück.

 

Das Rennen der Damen

In Abwesenheit der Titelverteidigerin und amtierenden Weltmeisterin Daniela Ryf waren die Augen auf Susie Cheetham, Lucy Charles, Linsey Corbin, Michelle Vesterby und Emma Pallant, die in Port Elizabeth ihr Ironman-Debüt feiert, gerichtet. Am Ende wurde es eine „one-woman-show“ von Lucy Charles, die das Rennen von anbeginn an dominierte und einem letztendlich ungefährdeten Start-Ziel-Sieg feierte. Katharina Grohmann kämpfte sich beim Marathon noch bis auf Rang 7 vor.

Endergebnis Damen
1. Lucy CHARLES nach 8:56:06 Stunden
2. Susie CHEETHAM nach 9:02:58 Stunden
3. Linsey CORBIN (nach 9:07:10 Stunden
4. Rachel MCBRIDE nach 9:18:34 Stunden
5. Manon GENET nach 9:21:59 Stunden
6. Gurutze FRADES nach 9:30:14 Stunden
7. Katharina GROHMANN nach 9:35:07 Stunden
8. Martina KUNZ nach 9:36:40 Stunden
9. Maja STAGE NIELSEN nach 9:37:21 Stunden
10. Annah WATKINSON nach 9:38:30 Stunden

Zwischenstände Damen

nach dem Radfahren
1. Lucy CHARLES nach 5:47:47 Stunden
2. Rachel MCBRIDE nach 5:59:17 Stunden
3. Susie CHEETHAM nach 5:59:48 Stunden
4. Linsey CORBIN nach 6:06:38 Stunden
5. Manon GENÃT nach 6:08:23 Stunden
6. Charlotte MOREL nach 6:09:20 Stunden

nach dem Schwimmen
1. Lucy CHARLES nach 47:31 Minuten
2. Rachel MCBRIDE nach 52:46 Minuten
3. Charlotte MOREL nach 52:57 Minuten
4. Saleta CASTRO nach 55:41 Minuten
5. Judith VAQUERA nach 55:45 Minuten
6. Emma PALLANT nach 55:46 Minuten
7. Susie CHEETHAM nach 55:47 Minuten
8. Linsey CORBIN nach 55:47 Minuten
9. Carolin LEHRIEDER nach 55:47 Minuten
10. Katja KONSCHAK nach 55:49 Minuten

Text: Klaus Arendt
Fotos: Screenshots Livestream ironman.com

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