tritime-Workshop: Faszien- und Gelenktraining für Sportler

Seminar zum Thema Faszien- und Gelenktraining mit Antje LaschewskiAm Samstag den 21. April 2018 veranstalten wir im Fitness-Studio Pink Power in Böblingen einen zweistündigen Workshop zum Thema „Faszien- & Gelenktraining für Sportler“. Jetzt anmelden!

  

Faszien sind derzeit in aller Munde. Inzwischen wird den Bindegewebsstrukturen auch in der schulmedizinischen Forschung immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt, nachdem sie bisher eher ein Mauerblümchendasein fristeten. In der Osteopathie und Physiotherapie spielten sie dagegen in verschiedenen Behandlungskonzepten wie dem Schröpfen schon lange eine wichtige Rolle. Man kann sie sich die Faszien wie riesige ineinander verwobene Spinnennetze im Körper vorstellen, die alles miteinander verbinden, bis in jede Zelle und dem Körper seine Struktur geben.

Ausflug zu ihrer medizinischen Bedeutung

Mittlerweile haben sich die Mediziner darauf geeinigt, dass der Faszienbegriff das ganze fasrige Bindegewebe umfasst, also auch Sehnen, Sehnenplatten, Gelenkkapseln und das intramuskuläre Bindegewebe. Diese weißen Strukturen übernehmen nicht wie früher vermutet nur einen passiven Part als Verpackungshülle. Vielmehr werden sie heute als körperweites Zugspannungsnetzwerk gesehen. Laut Studien von Dr. Robert Schleip und seinem Team von der Fascia Research Group konnte jüngst mit Hilfe der Messmethodik der Elektromyografie nachgewiesen werden, dass Faszien elastische Energie speichern und abgeben, Kräfte umlenken und im Fall von Verletzungen Beschwerden umleiten können. Außerdem sind sie – das haben vor allem die Prof. Dr. Helene Langevin und Dr. Siegfried Mense herausgefunden – stark innerviert und machen dieses Gewebe somit zu einem sensorischen Sinnesorgan. Sie sind damit die Basis unserer koordinativen Körperwahrnehmung. Das Nervensystem nutzt bestimmte Rezeptoren an der Faszienoberfläche als Fühler, um zu wissen wie der Stand des Bewegungsapparats ist – sprich muss mehr rechts oder links gezogen werden, um im Gleichgewicht zu bleiben. Ferner konnten die Mediziner belegen, dass diese Fühler auf Stress beziehungsweise Botenstoffe, die ausgeschüttet werden, sensibel reagieren und die Faszien versteifen lassen. Außerdem beeinflussen Faszien unser Immunsystem. Gut zu wissen ist nicht zuletzt, dass ein Fünftel des menschlichen „Innenlebens“ aus Faszien besteht.

Überlastungsschäden sind
die Folge verklebter Faszien

Orthopäden mit ganzheitlichem Ansatz sind sich inzwischen einig, dass die meisten Überlastungsschäden im Sportbereich nicht das rote Muskelfleisch, sondern das kollagene Fasernetzwerk betreffen. Ursache sind sehr oft verklebte Faszien, die die Muskeln daran hindern, mühelos aneinander vorbeizugleiten. Das wiederum kann zu erheblichen Bewegungseinschränkungen und Schmerzen führen. Wenn das Gewebe verfilzt ist, staut sich die Lymphe und wichtige Nährstoffe können nicht mehr zu den Zellen gebracht und Abbauprodukte/Giftsstoffe nicht mehr abtransportiert werden. Außerdem geraten durch die blockierte Matrix die Ausschüttungen verschiedener Botenstoffe im Gewebe „durcheinander“, und die Faszien senden „falsche Signale“ an die Muskeln. Verspannt sich dann der Muskel, spannen sich auch die umliegenden Faszienketten an, da sie diesen verspannten Muskel halten und schützen müssen. Damit kommt ein Teufelskreis in Bewegung. Dies belegen inzwischen auch zahlreiche Studien. So weist bei rund 80 Prozent der Rückenschmerzpatienten die dicht mit Schmerzrezeptoren besiedelte tiefe Rückenfaszie Verdickungen bzw. Verklebungen auf. Das Gute daran: Faszien können sich wieder regenerieren.

Was kann man für die Faszien tun?

Mit einem Ausrollen der Gewebeschichten mit der Blackroll erreicht man nur die oberflächlichen Strukturen. Mit Hilfe der Übungen aus dem Yin Yoga erreicht man die tieferen Strukturen, sodass sich im Körper Flexibilität und Beweglichkeit im allgemeinen und die Mobilität der Gelenke im besonderen wieder verbessern und dadurch An- und Verspannungen gelindert und sogar komplett gelöst werden können. Außerdem spricht man die myofasziale Leitbahnen im Training an. Dieser Begriff kommt von Tom W. Myers. Er untergliederte im Jahr 2010 das fasziale Netzwerk in anatomische Zuglinien, die sich aus myofaszialen oder bindegewebigen Einheiten zusammensetzen und beschreibt in seiner Theorie die oberflächliche Rückenlinie, die oberflächliche Frontallinie und jeweils zwei Lateral- und Spirallinien. Darüber hinaus können aufgrund von einseitiger Belastung entstandene Degenerierungen vermutlich zumindest zum Teil wieder rückgängig gemacht werden. Dieser Prozess erfordert allerdings etwas Geduld und Ausdauer. Gemäß neuester medizinischer Untersuchungen kann Faszienarbeit manchmal jedoch eine Art „reset“ im Rückenmark auslösen und chronische Schmerzen bereits nach kurzer Trainingszeit beheben. Damit wird ihnen eine akupunkturähnliche Wirkung zugebilligt. Erwähnenswert ist nicht zuletzt auch die positive Wirkung bei Stress durch Stimulation der Meridiane und des Nervensystems. Außerdem werden durch das lange Halten bestimmte Körperteile und Gefäße komprimiert und „ausgewrungen“, sodass es eine Art Stau im übrigen Bindegewebe gibt. Löst man die Haltung dann nach rund fünf Minuten auf, öffnet sich eine „Schleuse“. Durch diesen „Flutungsprozess“ können das Bindegewebe, die Blutgefäße gereinigt und entschlackt werden.

Was ist Yin Yoga?

Das besondere an der Trainingsmethode liegt am langen Halten der Positionen von mindestens drei bis fünf Minuten. Der Rücken und die Wirbelsäule sind beim Yin Yoga meist rund und es wird ohne Aufwärmen gestartet. Die Übungen werden überwiegend liegend oder sitzend und passiv ausgeführt, also ohne Muskelkraft. Die Arbeit macht die Schwerkraft. Zur Unterstützung für das lange Halten eignen sich Kissen, Decken oder ähnliche Hilfsmittel. Außerdem braucht man eine weiche Unterlage, bequeme Kleidung und ein Kissen für eine gute Sitzposition. Mitmachen kann jeder!

Wir zeigen euch Übungen für verschiedene Schwachstellen und Problemfelder und erklären im Praxis-Workshop wie es geht richtig geht. Antje Laschweski hat zudem in ihrem letzten Trainingslager auf Lanzarote mit Ex-Profis wie Thomas Hellriegel, Stephan Vuckovic und Nicole Leder einen Workshop gemacht. Die Meinungen der Pros lauteten:
Stephan Vuckovic: „Schon beim ersten Training hatte ich das Gefühl, dass es mir guttut – und ich glaube, dass diese Übungen den meisten Triathleten guttun würden.“
Nicole Leder: „Woher wusstest du, dass du damit genau meine Schwachstellen triffst?“

WORKSHOP:
Termin: 21. April 2018

Uhrzeit: 11 bis 13 Uhr
Ort: Fitnesstudio „Pink Power“ – Röhrer Weg 2, 71032 Böblingen
Kosten: 30 Euro (bitte vor Ort bar und passend bezahlen)
Mitzubringen: Bequeme Kleidung, eine dicke Yoga-Matte und einige Kissen (zum Unterlegen für bestimmte Übungen – je „unbeweglicher“ man ist, um so besser sind viele Kissen)
Hier anmelden und Platz resevieren!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.