Anja Beranek: „Aus schlechten Rennen lernt man am meisten!“

Profi-Triathletin Anja Beranek beim Lauftraining in SüdafrikaMan lernt niemals aus. Diese Erkenntis musste auch Anja Beranek letztes Jahr machen. Nun meldet sich die 33-Jährig hoch motiviert und mit neuer Energie aus dem Trainingslager in Südafrika zu Wort und gibt ihre Rennplanung für die Saison 2018 bekannt.

 

Anja, deine Saison 2017 lief nicht optimal. Was hast du alles für die neue Saison mitgenommen und gelernt? Wie sieht die Triathletin Anja Beranek in der Saison 2018 aus?
Mit der Saison 2017 bin ich sehr unzufrieden, ich bin deutlich unter meinen Zielen und Erwartungen geblieben. Dabei fing eigentlich alles mit einem 4. Platz beim Ironman Hawaii  2016 gut an. Nach der Saisonpause bin ich motiviert in das Wintertraining und ins Trainingslager gestartet. Das Problem war, dass ich zu viel wollte und meinen Körper in vier Trainingslagern platt trainiert habe. Hinzu kamen leider große private Probleme und Veränderungen. Mein Trainer Dan Lorang und ich haben viel zu spät gemerkt, dass ich in ein Übertraining geraten war. Durch eine Pause nach Frankfurt habe ich mich bis Hawaii  wieder gut erholt. Mental hat die erste Saisonhälfte aber leider Spuren hinterlassen.
Aus schlechten Rennen und Jahren lernt man dennoch am meisten – daher ist die Anja Beranek 2018 wieder um einiges erfahrener und schlauer. Ich bin viel aufmerksamer, was meine Körpersignale betrifft. Ich monitore und analysiere jetzt noch genauer mein absolviertes Training und checke regelmäßig meine Vitalparameter.

Du bist derzeit im Trainingslager in Stellenbosch. Warum Südafrika? Mit wem wirst du dich dort auf deine ersten Wettkämpfe vorbereiten?
Ich wollte gerne einmal ein paar neue Strecken entdecken, auch wenn ich mein zweites zu Hause im Playitas sehr liebe und schätze, muss man machmal etwas Neues ausprobieren. Die Idee kam von meiner Trainingskollegin Anja Knapp, mit der ich bereits einige Trainingslager erfolgreich und mit Spass gemeistert habe. Sie wird auch von Dan Lorang trainiert, sodass wir sehr viel zusammen machen können, obwohl sie dieses Jahr noch auf der Kurzstrecke unterwegs ist.

Wie sieht dein Rennkalender für 2018 aus?
Ich werde fünf bis sechs Ironman 70.3-Rennen zum Formaufbau machen, um in meinen Rennmodus zu kommen. Bei der Langdistanz habe ich mich für den Ironman Hamburg entschieden. Die positive Resonanz der Premiere im letzten Jahr hat mich neugierig gemacht. Ich freue mich auf das Rennen im hohen Norden.

Mein genauer Rennkalender sieht wie folgt aus: 29.04 – Ironman 70.3 Marbella  / 20.05. – Ironman 70.3 Barcelona / 27.05. – Ironman 70.3 St. Pölten / 17.06. – Rothsee Triathlon Festival (olympische Distanz) / 08.07. – Ironman 70.3 Jönköping / 29.07. – Ironman Hamburg / 09.09. – Ironman 70.3 Rügen / 13.10. – Ironman Hawaii

Auf der Ispo hast du darüber gesprochen, dass die Digitalisierung auch im Profisport immer weiter zunimmt. Welche Apps nutz du und warum? Wie sieht es mit Zwift und Strava aus – kannst du dir vorstellen, wie andere Profis auch, dort deine Trainingseinheiten zu veröffentlichen?
Die Welt wird immer digitaler. Das ist auch im Sport spürbar. Auch wenn ich eine Athletin bin, die ein sehr gutes Körpergefühl hat, ist das Monitoren meines Trainings und der Ruhephasen für meinen Trainer wichtig, da er mich aus der Ferne betreut. Aktuell nutze ich die Apps von Garmin, Trainingpeaks und Spikee.
Um ehrlich zu sein, habe ich mit Zwift und Strava noch keine persönlichen Erfahrungen gesammelt und kenne diese nur von meinen Kollegen. Vielleicht bin ich auch ein bisschen altmodisch, ich treffe mich lieber in der „realen“ Welt, um mit Menschen gemeinsam zu trainieren und vergleiche mich lieber im Wettkampf mit anderen.

Du bist in dieser Saison auf einem neuen Bike unterwegs – dem Quintana Roo PR Six – was zeichnet diese Triathlon-Zeitfahrmaschine aus?
Ich freue mich, wieder mit Quintana Roo zusammenzuarbeiten. QR war einer meiner ersten Sponsoren und ich habe eine emotionale Bindung zu dieser Marke und den Menschen, die dahinter stehen. Das QR PR Six zeichnet sich vor allem durch seine Steifigkeit und eine hohe Laufruhe aus. Die gesamte PR-Serie ist extrem wartungsfreundlich. Die Bremsen lassen sich leicht einstellen und die Zeitfahrmaschine lässt sich sehr schnell demontieren, was das Reisen extrem erleichtert. Darüber hinaus hat das Rad ein eigenes „Storage“-System, das aerodynamisch abgestimmt wurde – auch wenn das heutzutage natürlich kein Alleinstellungsmerkmal ist, gefällt mir das System sehr gut. Und ganz nebenbei gibt es die neue PR-Serie in tollen Farben – unter anderem in Pink.

So macht Radeln Spaß. Anja Beranek genießt den Sonnenuntergang in Südafrika auf ihrem neuen Bike

Mit Laura Philipp und Anne Haug haben zwei starke deutsche Damen ihr Ironman-Debüt für dieses Jahr angekündigt. Wie denkst du darüber?
Ich finde das super. Es ist an der Zeit, dass die deutschen Frauen auch das Podium in Kona erobern und Anne und Laura haben sicherlich das Potenzial dazu. Mit Anne habe ich letztes Jahr meine Hawaii-Vorbereitung auf Fuerteventura absolviert. Sie ist wirklich stark auf dem Rad, vom Laufen ganz zu schweigen. Darüber hinaus hat sie viel Erfahrung und Wissen in ihrer Triathlon-Karriere gesammelt, sodass sie definitiv eine tolle Premiere erleben wird, sobald sie auf Hawaii startet. Ebenso wird es mit Laura sein. Sie hat sich in den letzten Jahren toll entwickelt und hat ein super kompetentes Team um sich, sodass sie sicherlich erfolgreich in Frankfurt sein wird. Ich hoffe, dass ich in diesem Jahr einige Trainingsstunden mit den Mädels machen darf, sodass wir uns gegenseitig motivieren und von einander lernen können.

Danke, Anja für das Interview. Viel Spaß und Erfolg in Südafrika und für die Saison 2018.

 

Interview: Meike Maurer
Fotos: privat

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