Einfach mal starten

In den vergangenen zehn Jahren durfte ich über viele außergewöhnliche Triathlon-Veranstaltungen berichten. Die Möglichkeit, weltweit interessante Sportler, Veranstalter, Kollegen, Fotografen und Sponsoren zu treffen und sich auszutauschen, ist ein Privileg, das weitaus mehr als nur meinen beruflichen Horizont erweitert hat.

 

Eines haben alle Wettkämpfe gemeinsam: Die Konzentration der Teilnehmer vor dem Startschuss ist ebenso zu spüren wie Freud und Leid im Verlauf des Rennens. Bleibend in Erinnerung geblieben sind mir die Europameisterschaften 2012 im israelischen Eilat, als ich zum ersten Mal einen Paratriathlon fotografierte. Von den Leistungen, welche die Sportler mit Behinderung dort ablieferten, war ich derart beeindruckt, dass ich mitten im Rennen den Fotoapparat zur Seite legte und jeden einzelnen Athleten lautstark anfeuerte. Vor diesem Hintergrund fasste ich auf meiner Heimreise den Entschluss, auch mal wieder einen Wettkampf zu bestreiten. Allerdings stellte ich in den Wochen danach fest, dass zwischen „wollen“ und „tun“ ein himmelweiter Unterschied besteht. Ein regelmäßiges und zielgerichtetes Training bekam ich nicht auf die Reihe. Es gab immer Dinge, die wichtiger waren und nicht aufgeschoben werden konnten. Um Ausreden war ich nicht verlegen.

Letztendlich öffnete mir im Spätsommer dieses Jahres eine gute Freundin die Augen, indem sie mich daran erinnerte, mit welchem Glanz in den Augen die Paratriathleten in Eilat ihre Wettkämpfe beendeten und wie sehr sich auch die Langsamsten über die Anfeuerungsrufe der Zuschauer freuten. Meine Sorge, mich als Verantwortlicher dieses Magazins mit einer schlechten Zeit zu blamieren, war mit einem Schlag in Luft aufgelöst. Nach einem überschaubaren Training in den letzten Monaten absolvierte ich neben einem Zeitfahren auf dem Nürburgring eine Sprint-, eine längere Kurz- und eine Mitteldistanz. Zwar nicht schnell, aber immer mit viel Freude, sogar beim Schwimmen, das ich zum Großteil im Bruststil absolvierte. Und ich gebe zu: Von Zeit zu Zeit mittendrin statt nur dabei zu sein, ist nicht nur viel schöner, es öffnet auch die Augen für neue redaktionelle Ideen.

Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Start in ein gesundes Jahr 2018.

Ihr Klaus Arendt

Foto: Klaus Arendt

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