Sebastian Kienle ist (immer noch) nervös

KRAICHGAU, GERMANY - JUNE 11: Sebastian Kienle of Germany competes in the cycle leg of the race during Ironman 70.3 Kraichgau on June 11, 2017 in Kraichgau, Germany. (Photo by Joern Pollex/Getty Images)Die Performance der letzten Rennen war bei Sebastian Kienle mehr als ordentlich. Der 33-Jährige weiß, was er draufhat und freut sich auf den Ironman am Sonntag in Frankfurt, auch wenn er vor seinem sechsten Start in der Mainmetropole immer noch nervös ist.

 

Sebastian, du sagst in einem Facebook-Video, dass du dich „relativ fit fühlst“ ein paar Tage vor dem Ironman in Frankfurt und ergänzt, dass du seit Jahren nicht mehr so gut durchtrainieren konntest wie in dieser Saison. Das klingt etwas untertrieben. Was erwartest du selbst beim Ironman Frankfurt von dir?
Ich weiß nicht, was da die Untertreibung ist … wenn ich sage, dass es die beste Vorbereitung seit Jahren war, dann ist das doch eine Ansage, schließlich sind die Ergebnisse im letzten Jahr nicht so schlecht gewesen. Aus diesen Ergebnissen leitet sich auch das Ziel für dieses Jahr ab, natürlich will ich Europameister bleiben.

Das letzte Trainingslager fand fast schon traditionell mit deinem Trainer Lubos Bilek in der Sportschule Steinbach am Rande der Schwarzwaldhochstrasse statt. Mit in der Trainingsgruppe waren unter anderem Maurice Clavel und Ronnie Schildknecht. Wie habt ihr trainiert und welche letzten Reize konntest du setzen?
Die letzte Phase der Vorbereitung lief sehr gut, mit den Jungs macht es nicht nur Spaß, sondern die harten Einheiten fallen natürlich auch leichter. Im Wesentlichen standen verteilt auf eine Woche vier Kerneinheiten auf dem Plan. Ein richtiger Triathlon, eine lange Schwimmeinheit, eine längere harte Radeinheit und ein langer Lauf mit ein paar Intervallen. Auch wenn das „Mini-Camp“ sehr gut lief, bin ich immer noch nervös vor so einem Rennen.

Nach dem Ironman Frankfurt stehen bei dir erst einmal zwei Wochen Urlaub mit deiner Frau Christine in den Bergen auf dem Programm. Wo geht es hin und bei welchen Tätigkeiten erholst und regenerierst du dich am besten von den Strapazen einer Langdistanz?
Es geht in die Nähe von Garmisch, wir werden, wenn sich die Beine etwas erholt haben, im Karwendel wandern gehen und ein paar Touren mit dem E-MTB 🙂 machen. Ich werde jetzt also nicht nur auf dem Sofa liegen, aber ein bisschen Wellness und ein paar Mal gut Essengehen wird schon drin sein. Ich erhole mich auf diese Weise am besten, nicht nur körperlich, sondern vor allem auch mental. Schließlich geht es nach Frankfurt erst richtig los mit der Vorbereitung für Kona.

Am 9. September wird mit der Ironman 70.3-Weltmeisterschaft in Chattanooga das nächste große Rennen anstehen. Einen Monat später ist der Ironman Hawaii. Wie schaffst du es, bei beiden Rennen optimal vorbereitet an den Start zu gehen, da es trainingstechnisch zwei sehr unterschiedliche Rennen sind?
Für mich hat das bis jetzt immer sehr gut gepasst. Natürlich haben Lubos und ich uns im letzten Jahr zusammengesetzt und uns gefragt, ob ich eventuell auf die 70.3-Weltmeisterschaft zugunsten von Kona verzichten sollte. Wir waren aber beide der Meinung, dass es in unserem Trainingsplan noch Potenzial gab. Nach Frankfurt kommt ein kurzer Grundlagenblock und danach ein kurzer Block mit höherer Intensität vor Chattanooga. Danach geht es direkt nach Kona für die finale Vorbereitung. Dieser Plan macht für mich Sinn, weil ich kaum Zeit mit Reisen verliere oder Anpassungen an die Zeitumstellung oder an denKlimawechsel habe. Chattanooga liegt quasi auf dem Weg nach Kona.

 

Interview: Meike Maurer
Foto: Photo by Joern Pollex/Getty Images

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