Challenge Regensburg: Die Vorfreude steigt

Nach der gelungenen Premiere wird am 13. August in der Domstadt nicht nur die Deutsche Meisterschaft auf der Langdistanz ausgetragen, auch die ChallengeForTwo feiert ihre Feuertaufe.

 

Am 30. Juni endet die offizielle Anmeldefrist, ein Grund mehr, sich mit Tom Tajsich von der veranstaltenden Purendure Event GmbH & Co. KG zu unterhalten.

Tom, mit dem etablierten Ostseeman eine Woche vor Regensburg findet am gleichen Tag auch der Ironman Hamburg statt. Wie sehr schmerzt in diesem Zusammenhang insbesondere der Hype um die Premiere in der Hansestadt?

Dieses Thema beschäftigt mich weit weniger als viele meinen oder es andere beschäftigt. Mit Björn Steinmetz vom Ironman Germany habe ich ein gutes Verhältnis und wir haben uns bezüglich dieser Terminüberschneidung komplett emotionsfrei unterhalten. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob alle derzeit existierenden Langdistanz-Veranstaltungen in Europa mittelfristig überleben werden. Für die Athleten ist die aktuelle Vielfalt eine Luxussituation, die sie schätzen sollten, denn nur sie werden entscheiden, wie und wo ihr Sport sich weiterentwickeln wird.

Ironman ist im Vergleich zum Challenge die deutlich stärkere Marke, weshalb Ironman-Rennen immer mit viel „Vorab-Lorbeeren“ bedacht werden. Das bedeutet aber auch, dass wir in Regensburg noch viel mehr mit unserem Event und neuen Innovationen überzeugen müssen als nur mit der Marke. Wie wir vielen Athleten-Feedbacks entnehmen konnten, ist die Leidenschaft aus dem Team auch auf die Athleten übergesprungen. So etwas motiviert und spornt uns alle noch weiter an.

Eine Innovation ist der ChallengeForTwo, bei der sich zwei Athleten eine Langdistanz teilen. In den sozialen Netzen wurden bei einer überwiegend positiven Bewertung des innovativen Staffelformats auch Stimmen laut, die insbesondere eine vollere Radstrecke und die Gier des Veranstalters thematisierten. Wie sehr schmerzen solche Aussagen?

Ehrlich gesagt, so etwas tut richtig weh! Wer uns persönlich kennt, weiß, wie sehr wir unser Privatleben dieser Veranstaltung untergeordnet haben: Nicht nur finanziell, wir haben auch jede freie Minute unserer Freizeit geopfert haben, um eine internationale Top-Veranstaltung in unsere wunderschöne Heimatstadt Regensburg zu bringen. In der Regel reagiere ich auf solche Aussagen nicht und denke mir meinen Teil. Wenn ich aber dann doch einmal mit jemandem näher ins Gespräch komme, der sich an solchen Diskussionen beteiligt, dann stelle ich fest, dass die meisten Leute überhaupt keine Ahnung haben, was beispielsweise eine Straßensperre für die Radstrecke oder das Aufstellen einer Ampelanlage kostet. Wenn sie dann hören, wie schnell man hier über sechsstellige Summen spricht, dann stehen meistens die Münder offen.

Wie seid Ihr auf das Konzept ChallengeForTwo gekommen?

Das Konzept der ChallengeForTwo wurde – abgesehen vom Namen – nicht direkt von uns erfunden. Es gab dieses Format schon mal irgendwo als Promivariante. Eine Freundin von uns hat uns wieder daran erinnert, und wir haben das dann nur zu Ende konzipiert und mit den Verbänden abgestimmt. Ich persönlich finde es eine ganz tolle Sache, da man wirklich den kompletten Triathlon als Team erlebt. Bezüglich der entstehenden Pausen bin ich anderer Meinung als die Kritiker, denn für einen guten Wettkampf braucht man eine gute Strategie. Was beim Einzelrennen die Überwindung von Schwächeperioden ist, sind beim ChallengeForTwo die Ruhephasen. Jeder Athlet muss sich damit auseinandersetzen, wie man damit klarkommt und wieder in Tritt kommt, und das kreiert definitiv Spannungsmomente. Und wenn man dann gemeinsam auf unserer Finishline am Domplatz einläuft, ist Gänsehaut garantiert!

Auf welche weiteren konzeptionellen Veränderungen dürfen sich die Teilnehmer am 13. August freuen?

Es gibt viele Detailverbesserungen, die aber nur die wenigsten Athleten bewusst spüren werden. Die zwei großen Dinge sind natürlich die die ChallengeForTwo und die neue Radstrecke über drei Runden, die ähnlich schnell sein wird wie Roth oder Klagenfurt. Anfangs gab es zwar einige kritische Stimmen, aber diese sind nach den ersten Streckenchecks mittlerweile verflogen. Die meisten sind begeistert, zumal auch sehr schnelle Splits zustande kommen. Außerdem wird die Stimmung durch das vermehrte Zuschaueraufkommen besser werden, zumal wir mit dem „neuen Berg“ in Petzkofen (Stadtteil von Aufhausen) endlich einen Abschnitt integrieren konnten, der mittelfristig das Potenzial für eine Solarer Berg-Stimmung hat. Die Grundvoraussetzungen wie Lage, Anfahrbarkeit und Motivation des dortigen Sportvereins und der Anwohner sind gegeben, stimmt!

Und wie sieht das Rahmenprogramm rund um den 13. August aus?

Neben dem etablierten Purendure Frauenlauf und Purendure Kinderlauf findet am Tag des „großen Challenge“ der Mittelbayerische Einsteiger-Triathlon über 300 Meter Schwimmen im Guggenheimer See, 18 Kilometer Radfahren zum Dultplatz Regensburg und drei Kilometer Laufen in und um die Stadt Regensburg. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, an einer der offiziellen Streckenbesichtigungen teilzunehmen: Schwimmen am 18. Juli, Radfahren am 29. Juni und 16. Juli sowie Laufen am 01. Juli.

2016 ehrte die Internationale Triathlon Union bei dem ersten Rennen der Weltserie in Abu Dhabi den verstorbenen Profi Laurent Vidal, indem sie in der Wechselzone einen eigenen Startplatz für den Athleten eingerichtet hatte. Plant Ihr eine ähnliche Geste für Julia Viellehner, die Siegerin des vergangenen Jahres, die vor kurzem bei einem tragischen Trainingsunfall in Italien ums Leben gekommen ist?

Dieses sehr traurige und erschütternde Ereignis hat Sonja und mich persönlich sehr getroffen, da wir Julia und und ihren Lebensgefährten Tom sehr schätzen. Kopieren werden wir die von Dir angesprochen Aktion nicht, ich stehe jedoch bezüglich einer angemessenen Würdigung Julias mit ihrer Familie in Kontakt.

Leider wurde in diesem Zusammenhang auch meine „Urangst“ geschürt… Bei jedem Radtraining von Sonja war und bin ich immer nervös und habe Sorge um sie. Ich gebe ehrlich zu, dass ich mich über jede Regenwolke freue, die Sonja auf die Rolle zwingt.

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Fotos: Armin Schirmaier

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