Ironman Brasilien: Sonja Tajsich überrascht auf Rang 2

Sonja Tajsich beim Ironman Hawaii 2012Sonja Tajsich erkämpfte sich bei den Latin American Championship im brasilianischen Florianopolis den zweiten Platz. Mareen Hufe wurde Sechste.

 

Brasilien verbinden wir Deutsche mit Sommer, Sonne und Sonnenschein. Dass es im Urlaubsparadies auch anders aussehen kann, davon konnten die Teilnehmer  bereits im letzten Jahr drüber berichten. Die Hoffnung, dass sich Regen, Wind und ein unruhiger Atlantik nicht wiederholen, wurde bereits in den letzten Tagen im Keim erstickt. Mareen Hufe brachte es einen tag vor dem Start in einem Facebook-Eintrag auf den Punkt: „Leider spielt der Wettergott nicht so mit. Ich dachte eigentlich, dass das Wetter nicht schlimmer als im letzten Jahre sein könnte –vielleicht aber doch… Ich weiss aus dem letzten Jahr, dass ich hier auch bei nassen Bedingungen abliefern kann und blicke mit Vorfreude auf den morgigen Tag. Auch wenn es mir bei schönem Wetter viel mehr Spaß macht!

So machten sich am frühen Sonntagmorgen bei Regen und wolkenverhangenem Himmel fünf deutsche Profis – Andreas Raelert, Mareen Hufe, Sonja Tajsich, Kristin Möller und Carolin Lehrieder – auf die 226 Kilometer lange Wettkampfstrecke, um von den 4.000 Punkten für das Kona Ranking und dem Preisgeld von insgesamt 150.000 US-Dollar den größmöglichen Anteil einzustreichen.

Das Rennen der Damen

Bei den Damen zogen sich die Deutschen bei der Auftaktdisziplin achtbar aus der Affäre und ließen die Rückstände auf die dominierende Schwimmerin Haley Chura nicht zu groß werden. Allen voran Carolin Lehrieder, die als schnellste Deutsche 4:59 Minuten später in die Wechselzone lief. Mareen Hufe lag nach dem Schwimmen als zweitbeste Deutsche auf Rang 10, vor Kristin Möller auf 13 und Sonja Tajsich auf 16. Die Rückstände auf die schnellsten Damen betrugen 7:22 Minuten, 7:24 Minuten und 7:33 Minuten.

Auf dem Rad arbeiten sich Hufe und Tajsich immer weiter nach vorne, während Lehrieder und Möller Plätze verloren. Den größten Sprung machte jedoch zunächst Linsey Corbin, die auf den ersten 30 Kilometern rund 90 Sekunden Zeit gutmachte. Doch am Ende war es Susie Cheetham, die – zunächst gemeinsam mit Magali Tisseyre – Chura bei Kilometer 90 stellte und von da an bis zum zweiten Wechsel gemeinsame Sache machte. Chura und Cheetham wechselten nach 5:47:03 Stunden „zeitgleich“, Hufe drei Minuten dahinter als Dritte und Sonja Tajsich als Achte (+ 5:30 Minuten).

Während Hufe aufgrund ihrer bisherigen Ergebnisse im Kona Ranking bereits genügend Punkte aufweist und mit einer Top-8-Platzierung sicher für die WM auf Hawaii planen kann, benötigt Sonja Tajsich jeden einzelnen Punkt. Nach der 20-monatigen Verletzungs- und Babypause legte die Regensburgerin nach gutem Schwimmen und Radfahren noch einen drauf. Mit jedem Laufkilometer arbeitete sie sich im weiter nach vorne, um bei Kilometer 23 bereits hinter Cheetham, Chura und Frades auf dem vierten Platz geführt zu werden. Hufe lag zu diesem Zeitpunkt auf Rang 5. Die Zeitrückstände der beiden Deutschen betrugen zu 7:17 bzw. 8:05 Minuten. Kristin Möller lag 24:18 Minuten zurück.

An der Spitze schien für viele Beobachter bereits alles auf einen Dreikampf hinauszulaufen, doch die bekannt starke Läuferin Sonja Tajsich hat „allen“ einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bereits sieben Kilometer weiter lag sie auf Rang 3, mit einem Rückstand von zwei beziehungsweise sechs Minuten auf die Plätze 1 und 2.

Für den Sieg – Susie Cheetham siegte mit neuem Streckenrekord – und die direkte Qualifikation für Hawaii hat es dann leider doch nicht gereicht, doch für einen überragenden zweiten Platz vor der lange Zeit führenden Haley Chura. Mareen Hufe wurde in dem sehr knappen Rennen, die drei ersten Damen finishten alle unter neun Stunden, mit einem Rückstand von 9:44 Minuten Sechste. Somit hat die Weselanerin genug Kona Punkte auf ihrem Konto und kann beruhigt mit den Planungen für das Rennen am 14. Oktober beginnen.

Zwischenstände  Damen

Zwischenstand Schwimmen

  1. HALEY CHURA nach 48:09 Minuten
  2. CELINE SCHAERER nach 49:11 Minuten
  3. MAGALI TISSEYRE nach 50:15 Minuten
  4. SUSIE CHEETHAM nach 50:42 Minuten
  5. CAROLIN LEHRIEDER nach 53:04 Minuten
  6. PAMELA TASTETS nach 53:08 Minuten

Zwischenstand Radfahren

  1. HALEY CHURA nach 5:47:03 Stunden
  2. SUSIE CHEETHAM nach 5:47:06 Stunden
  3. MAREEN HUFE nach 5:50:10 Stunden
  4. LINSEY CORBIN nach 5:52:18 Stunden
  5. PAMELA TASTETS nach 5:52:19 Stunden
  6. GURUTZE FRADES nach 5:52:28 Stunden
  7. ANNAH WATKINSON nach 5:52:33 Stunden
  8. SONJA TAJSICH nach 5:52:46 Stunden

Endergebnis

  1. SUSIE CHEETHAM nach 08:52:00 Stunden
  2. SONJA TAJSICH nach 08:57:36 Stunden
  3. HALEY CHURA nach 08:58:45 Stunden
  4. GURUTZE FRADES nach 09:01:00 Stunden
  5. LINSEY CORBIN nach 09:01:13 Stunden
  6. MAREEN HUFE nach 09:01:44  Stunden

Das Rennen der Herren

Mit dem unruhigen Meer schienen die Männer recht gut klargekommen zu sein, denn die Top 9 lagen gerade einmal 18 Sekunden auseinander, unter ihnen auch Andreas Raelert. Kaum auf dem Zeitfahrrad, fuhr Tim Don allen davon. Sein Vorsprung betrug bereits nach einem knappen Viertel der Radstrecke über vier Minuten. Bis zum zweiten Wechsel vergrößerte der Brite diesen auf 20:34 Minuten. In der dreiköpfigen Verfolgergruppe, die von dem Brasilianer Reinaldo angeführt wurde, war auch Andy Raelert, der als Vierter seine Laufschuhe anzog. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt der Rückstand auf den Führenden zu groß war, begann Raelerts Paradedisziplin. Mit der Aussage im Rücken „Meine Form ist schon jetzt vielversprechend. Ich denke, dass ich bereit bin für Brasilien“ hofften die Fans, dass Andy diese Platzierung hält, doch dies gelang dem Rostocker lediglich bis Kilometer 13. Danach musste Raelert Federn lassen und er verlor bis zur 23-Kilometer-Marke weitere fünf Plätze.

Während Tim Don nach 7:40:23 Stunden das Rennen für sich entscheiden konnte, kämpften Colucci, Amorelli und Buckingham um die weiteren Plätze des Podium. Buckungham wurde Zweiter vor Amorelli und Colucci. Andy Raelert befand sich zu diesem Zeitpunkt noch auf der Laufstrecke und konnte somit die erhoffte Top-Platzierung leider nicht erreichen.

Zwischenstände Herren

Zwischenstand Schwimmen

  1. LUIZ FRANCISCO nach 44:12 Minuten
  2. HARRY WILTSHIRE nach 44:14 Minuten
  3. TIM DON nach 44:16 Minuten
  4. PAUL MATTHEWS nach 44:21 Minuten
  5. REINALDO COLUCCI nach 44:22 Minuten
  6. IGOR AMORELLI nach 44:23 Minuten
  7. BARRETT BRANDON nach 44:27 Minuten
  8. FELLIPE SANTOS nach 44:27 Minuten
  9. ANDREAS RAELERT nach 44:30 Minuten
  10. THIAGO VINHAL nach 45:44 Minuten

Vorjahressieger Brent McMahon hatte nach dem Schwimmen einen Rückstand von 2:23 Minuten, Eneko Llanos von 3:28 Minuten.

Zwischenstand Radfahren

  1. TIM DON nach 4:53:59 Stunden
  2. REINALDO COLUCCI nach 5:14:33 Stunden
  3. IGOR AMORELLI nach 5:14:34 Stunden
  4. ANDREAS RAELERT nach 5:14:40 Stunden
  5. KYLE BUCKINGHAM nach 5:18:47 Stunden
  6. BRENT MCMAHON nach 5:19:12 Stunden

Endergebnis

  1. TIM DON nach 7:40:23 Stunden
  2. KYLE BUCKINGHAM nach 8:05:43 Stunden
  3. IGOR AMORELLI nach 8:06:58 Stunden
  4. REINALDO COLUCCI nach 8:10:04 Stunden
  5. THIAGO VINHAL nach 8:11:46 Stunden

alle Ergebnisse

Text: Klaus Arendt
Fotos: Armin Schirmaier und Klaus Arendt

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