Test: Garmin Edge 1000

Garmin_Edge 1000Was kann der GPS-Radcomputer „Edge 1000“ von Garmin alles? Wir haben uns das Gerät im Langzeittest angesehen. Allerdings ohne dabei ein Wattmesssystem zu nutzen.

 

Es gibt Radrennen, da ist ein verlässliches Navigationsgerät essentiell, um die Strecke auf Anhieb zu finden und sicher und auf der richtigen Route ins Ziel zukommen. Unser Tester Holger Schmidt hat den Garmin Edge 1000 beim Ultraradrennen „Tortour“ in der Schweiz im vergangenen Sommer und bei verschiedenen Traningsaufenhalten in den Dolomiten, in der Schweiz und auf Teneriffa getestet.

Holger Schmidt_DolomitenTechnische Seite:
Der „Edge 1000“ mit allen seinen Funktionen kommt zunächst wie viele Radcomputer daher. Die Größe sowie das Gewicht von 115 Gramm sind recht kompakt und dank den mitgelieferten Halterungen kann das Gerät an jedem Lenker montiert werden. Ich selbst nutze eine Aero-Lenkerhalterung und darauf sitzt der Edge perfekt. Das Gerät macht auf den ersten Blick einen hochwertigen Eindruck. Bei der technischen Ausstattung hat Garmin in die Vollen gegriffen und so ziemlich alles eingebaut, was momentan state of the art ist. Nebst 3 Zoll-Touchscreen, Bluetooth, Wlan, ANT+, Umgebungslichtsensor, Kopplungsmöglichkeit mit diversen Sensoren (z.B Herzfrequenzsensor) und Wattmesssystemen ist das Gerät wasserfest und präsentiert sich mit nützlichen Zusatzfunktionen wie z.B. der Funktion „Roundtrip Routing“ – dazu später mehr – wirklich jedem noch so technikaffinen Radfreak als hilfreiches Zusatzgerät am Rad.

Einfach eingerichtet:
Die Kopplung mit Sensoren, Smartphone und Wlan funktioniert eigentlich problemlos und ebenso die Datenübertragung. Sporadisch tauchten bei mir  bei der Übertragung Schwierigkeiten auf, da das gespeicherte Training manchmal sofort auf Garmin Connect übertragen wurde und manchmal nicht. Bei Übertragungsproblemen muss man das Gerät einfach per Kabel mit dem Rechner verbinden und die Übertragung erfolgt wieder schnell und ohne Probleme. Zur Übertragung via Bluetooth muss im Übrigen auf dem Smartphone die Garmin-App gestartet werden.

Die Bedienung und Einstellung des Geräts ist sehr einfach und man hat schnell einen Überblick über alle Funktionen. Das Menu ist  intuitiv gestaltet und macht eine Bedienungsanleitung so gut wie überflüssig.

Auch der Touchscreen funktioniert einwandfrei. Durch wischen kann man durch die verschiedenen Menüs zappen und somit auch beispielsweise jederzeit alle Echtzeitdaten abrufen. Einzig, wenn das Display nass ist oder in einem langen Anstieg die Finger schwitzig werden, dann funktioniert das Wischen nur noch eingeschränkt. Als negativen Punkt würde ich das jedoch nicht deklarieren, weil es technisch aktuell einfach nicht anders möglich ist.

Garmin_Edge 1000_2Die Navigation:
Nun zur Hauptfunktion des Gerätes – die Navigation: Beim Hochladen von GPS-Routen auf das Gerät stehe ich noch vor einem kleinen Mysterium, da zumindest mein Gerät keine .gpx-Dateien erkennt bzw. darstellt. Hier habe ich anfangs wirklich einige Nerven gelassen bis ich einen funktionierenden Prozess gefunden hatte. Da mein Gerät die .gpx-Dateien einfach nicht anzeigt, konvertiere ich diese nun einfach in das Garmin-FIT-Format (ANT+) und kopiere diese Datei auf das Gerät. Das ist das einzige Format, das bei mir immer funktioniert, denn sämtliche andere Formate scheinen Probleme machen zu können. Sollte jemand auch dieses Problem haben, Konverter gibt es kostenlos im Internet entweder online oder auch als Tool zum Download.

Nachdem eine Strecke erfolgreich auf das Gerät kopiert wurde kann man diese einfach über den Ordner „Strecken“ aufrufen. Die Speicherkapazität von 8 GB ist mehr als ausreichend. Nach einer kurzen Ladezeit stellt das Gerät die Frage, ob zum Ausgangspunkt navigiert werden soll, was beim Bejahen der Frage sehr gut funktioniert. Falls man sich hier bereits auf irgendeinem Punkt der Route befindet, kann diese Frage verneint- und die Navigation direkt gestartet werden. Sobald man die Route irgendwo anfährt, wird dies auf dem Display mitgeteilt und der Spass kann beginnen. Hier muss ich sagen – perfekt! Abzweigungen werden mit Entfernungs- und geschätzter Zeitangabe frühzeitig angezeigt und auch bei Verlassen der Route reagiert das Gerät blitzschnell.

Die Qualität der aufgezeichneten Daten ist sehr gut. Der „Edge 1000“ ist ein Gerät, das die gefahrenen Höhenmeter realitätsnah aufzeichnet und nicht aus einer Flachetappe eine Bergtour mit 2000 Höhenmeter zaubert. Der im Package beiliegende Geschwindigkeitssensor arbeitet äusserst präzise und man hat sämtliche Daten auf dem Display verfügbar. Gleiches gilt im Übrigen für den Trittfrequenzsensor. Sehr hilfreich bei Bergtouren ist auch die Darstellung des Höhenprofils (im Navigationsmodus). Hier sieht man genau, was für ein Berg einem bevorsteht. Zudem kann man mit etwas Erfahrung mit dem Edge 1000 die angezeigte Steigung sehr gut deuten, sodass man sich gut mental auf den Anstieg vorbereiten kann.

Ebenfalls ein hilfreiches Gimmick in unbekannter Umgebung ist das „Roundtrip-Routing“. Das Gerät erstellt nach Angabe einer gewünschten Streckenlänge drei Routen mit entsprechendem Höhenprofil zur Wahl, die man als Tour auswählen kann. Da ist sehr praktisch, wenn man sich irgendwo im Urlaub befindet.

Die Akkulaufzeit ist mit 15 Stunden etwas optimistisch angesetzt. Wenn das Gerät mit allen Funktionen wie automatischem Licht, Bluetooth und Wlan aktiv etc. gefahren wird, dann reicht bei mir der Akku maximal 11 Stunden. Wenn wirklich alles deaktiviert wird und die Displaybeleuchtung auf ein Minimum gestellt ist, dann waren bei mir etwas über 12 Stunden drin – mehr definitiv nicht. Bei der „Tortour Suisse“ hatte ich einen externen Akku dabei, mit dem das Gerät beliebig lang weiterbetrieben werden kann. Ich würde aber behaupten, dass 11-12 Stunden für 99,9% aller Trainingsfahrten ausreichen. Anders sieht es aus, wenn man eine Mehrtagestour fahren will, aber da kommt man so oder so nicht um einen externen Akku herum. 11 bis 12 Stunden Betriebszeit finde ich daher einen wirklich guten Wert.

Merkmale des „Edge 1000“ zusammengefasst:
großes Display
– vorinstallierte Radkarten für Europa nutzbar
– gute Lesbarkeit dank Umgebungslichtsensoren
– lange Laufzeit mit getesteten rund 12 Stunden
– Segmentfunktion macht Trainigswettkämpfe mit anderen Nutzern möglich
– Wer ein Wattmesssystem nutzt, bekommt Angaben zum persönlichen Leistungsniveau mittels FTP (Functional Threshold Power)

Das Bundel des Garmin „Edge 1000“ gibt es bspw. bei Amazon ab 399,90 € :

Fazit: Der Garmin ist ein sehr gutes Radnavi und ich will kein Training mehr ohne ihn fahren. Ich war mit dem „Edge 1000“ bereits in unterschiedlichsten Gefilden – u.a. eine Passwoche in den Dolomiten – und das Gerät hat im Einsatz immer 100 Prozent funktioniert. Die erfassten Daten sind präzise und die Navigation ist erstklassig. Wer also einen professionellen Navigationscomputer sucht und rund 579 Euro (Preis laut Garmin) für das Bundle mit Geschwindigkeits- und Trittfrequenzsensor investieren mag, kann das ohne Zweifel tun. Von mir gibt´s eine klare Kaufempfehlung. Die genannten Probleme mit Datenübertragung und Dateiformaten konnte ich wie gesagt noch nicht lokalisieren, evtl. liegt dies auch an der Kombination mit Apple oder das Problem sitzt wie so oft vor dem Gerät im Bürostuhl.

Text: Holger Schmidt
Fotos: Garmin und privat

Ein Gedanke zu “Test: Garmin Edge 1000

  1. Garmin Datenübertragung
    Aus meiner Erfahrung mit diversen Garmin Geräten, wenn man Touren mit sehr viel Datenaufzeichnung, z.B. 6 Stunden Bereich und grösser, muss man via Bluetooth einfach Geduld haben. Ich persönlich lege dann das Gerät, also Handy und Garmin auf die Seite und lasse es in Ruhe arbeiten. Kann teilweise bis 7-8 Minuten dauern. Tipp: in dieser Zeit eine erholsame Dusche nehmen 🙂