Ralf Scholt: Wir sind stolz auf zwei ARD-Sondersendungen zum Ironman Hawaii

ralf-scholt_jan-frodeno_kona-2016_kd4_3841Seit 2006 kommentiert und moderiert der Sportchef des Hessischen Rundfunks, Ralf Scholt, Triathlon-Veranstaltungen. In Kona zeichnet er auch Verantwortung für die Live-Übertragung von der Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii.

 

Wir trafen uns in Kailua Kona mit dem 52-jährigen Sportexperten.

Herr Scholt, an welchen Triathlon-Wettkampf erinnern Sie sich im Rahmen Ihrer beruflichen Laufbahn noch besonders gut?
Ganz eindeutig an das Herzschlagfinale der Frauen beim Ironman Frankfurt im Jahre 2007. Damals konnte sich Nicole Leder erst auf den letzten Metern des Zielkanals auf dem Römerberg ganz knapp gegen Andrea Steinbecher (geb. Brede) durchsetzen. Das ist und bleibt das absolute Highlight!

Zum ersten Mal überträgt die ARD vom Ironman Hawaii im Rahmen einer Sondersendung. Worauf dürfen sich die Triathlonfans besonders freuen?
Hoffentlich auf einen erneuten deutschen Gesamtsieg! Aber bis es soweit ist, übertragen wir von 18.45 bis 19.57 Uhr in der ARD zunächst den Start, das Schwimmen, den ersten Wechsel und die ersten Kilometer vom Radfahren. Das alles natürlich live aus Hawaii. Und ab 1.15 Uhr sind wir dann in der ARD erneut bis 3.45 Uhr live dabei und berichten über die Entscheidung bei den Herren und Damen. All diejenigen, die keine Sekunde des Rennens verpassen möchten, können zwischen 18.20 und 3.45 Uhr ihre Idole die Nacht hindurch auf dem gewohnten Livestream auf hessenschau.de/sport verfolgen.

Was ist – im Gegensatz zu den Berichterstattungen aus Deutschland – die besondere Herausforderung einer Live-Übertragung aus Hawaii?
Bei den amerikanischen Fernsehkollegen, die kein Weltbild produzieren, liegt der Fokus auf der Erstellung einer Dokumentation, die erst einige Wochen nach dem Wettkampf fertiggestellt und gesendet wird. Wir dagegen produzieren unter sehr eingeschränkten wirtschaftlichen Mitteln ein Live-Signal und sind damit das einzige Land, die ARD und der hr der einzige Sender, der dieses Rennen weltweit live im Fernsehen sendet. Ich wiederhole mich nur zu gerne: Wir unterstützen mit unserem redaktionellen und technischen Know-how die Arbeit unserer amerikanischen Kollegen und durch unsere Ergänzung für das Live-Weltbild.

Worauf ist das Hauptaugenmerk Ihrer Berichterstattung ausgerichtet?
Ganz eindeutig auf den bundesweit ausgestrahlten Berichten in den beiden ARD-Sondersendungen zum Ironman Hawaii. Ein technisch guter „Start“ mit klaren Bildern in der ARD-Sondersendung ist wichtig. Natürlich sind wir dabei auf das Basissignal der amerikanischen Kollegen angewiesen. Um jedoch den viel zitierten „Mehrwert“ für die Deutsche Triathlon Gemeinde zu schaffen, haben wir erstmals beim Schwimmen eine eigene Kamera im Einsatz, um im wahrsten Sinne des Wortes immer im Bilde zu sein, wie die deutschen Athleten um Frodeno, Kienle, Raelert und Böcherer bei der Auftaktdisziplin gerade abschneiden. Außerdem sollten die entscheidenden Rennphasen beim Marathon und die Entscheidung nicht verpasst werden. Dies stellen wir durch die seit 2014 etablierte sogenannte Rucksackkamera sicher, die das Renngeschehen hautnah und live abbilden kann. Den Zieleinlauf – hoffentlich mit einem deutschen Champion – nehmen wir ganz besonders ernst und halten dabei immer alle Daumen gedrückt, das kein technischer Defekt auftritt, wenn sie auf dem den Ali’i Drive in Richtung Ziel laufen. Dort sind wir ebenfalls „livefähig“, sodass es bei uns die ersten Interviews mit den deutschen Topstars unmittelbar nach deren Zieleinlauf zu sehen gibt. Abgerundet wird unsere Berichterstattung mit weiteren Reaktionen und Stimmen zum Rennen durch weitere Beiträge in der Sportschau am Sonntag, der Tagesschau und den Tagesthemen. Dadurch erreichen wir circa zehn Millionen Zuschauer, was der immer noch jungen Sportart Triathlon sicherlich sehr weiterhelfen wird. Somit haben die zahlreichen Triathlonfans während des gesamten Rennes die Möglichkeit, ihre Idole die Nacht hindurch zu verfolgen.

Seit wann laufen die Detailplanungen für Ihren Aufenthalt in Kona?
Da wir im hessischen Rundfunk diverse Großevents in Hessen abbilden und darüber hinaus unser „Regelprogramm“ mit unseren seriellen Sportsendungen haben, rückt die Produktion in Kona erst ab Mitte September in unser Blickfeld. Und da wir bereits seit 2007 als einziger TV Sender weltweit von Hawaii übertragen, können wir auf gewisse wiederkehrende Abläufe zurückgreifen, was auch auf die meisten handelnden Personen vor Ort und in der Sendezentrale zutrifft.

An der Seite von Kommentator Dirk Froberg sitzen im Frankfurter Studio während des Rennes Stephan Vuckovic und Nicole Leder. Worauf dürfen sich die Zuschauer während der Übertragung freuen?
Die drei haben schon diverse Rennen live und unterhaltsam gemeinsam ins Ziel kommentiert. Die Zuschauer dürfen sich auf ein erfrischendes Zusammenspiel der Triathlon-Experten freuen. Langweilig geht auf jeden Fall anders, denn eine gute Mischung aus Information und Entertainment ist zu der nächtlichen Sendezeit in Deutschland echt wichtig, um die Fans an den Bildschirm zu fesseln. Und dass beide Ex-Profis über jeden Athleten und jeden Zentimeter der Strecke mindestens eine Geschichte zu erzählen wissen, darf man ihnen einfach mal unterstellen.

 

Übersicht „Ironman World Championship“ in der ARD
ARD-Sondersendung „Ironman Hawaii“ im Ersten:
Samstag (08.10.2016) von 18.45 – 20.00 Uhr

ARD-Sondersendung „Ironman Hawaii“ im Ersten:
Sonntag (09.10.2016) von 1.15 – 3.45 Uhr

Livestream: Samstag ab 18.20 – 3.45 Uhr unter hessenschau.de/sport
ARD-Sportschau, Tagesschau und Tagesthemen am Sonntag

Foto: Klaus Arendt

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