tritime-tested: Corima-Scheibe

Orbea_Corima_IMG_2164„Aber ich bin doch nicht gut genug“, ist die klassische Aussage, wenn das Gespräch zwischen Triathleten über die Sinnhaftigkeit einer Scheibe geführt wird. Wir wollten es genauer wissen, und testeten die Scheibe von Corima.

 

Als erfahrener Triathlet mit über 13 jähriger Trainings- und Wettkampferfahrung auf der Langdistanz fuhr ich erstmals in meiner Karriere eine Scheibe, und zwar die Disc von Corima. Der allgegenwärtigen Materialaufrüstung und Equipmentschlacht beim Training und im Wettkampf stand ich bislang immer sehr skeptisch, wenn nicht sogar eher abneigend gegenüber. Doch die Möglichkeit, die 965 Gramm leichte Disc zu testen, reizte mich sehr, zumal ich wissen wollte, ob sich für einen Sportler die Investition von 1.000 tatsächlich lohnt und auf dem Asphalt wirklich einen spürbaren Vorteil? Der Test sollte also eine ganz neue Erfahrung in meinem Sportlerleben werden.

Corima_KD3_9468Das Montieren der Ritzel auf dem Freilauf funktionierte tadellos. Das besondere daran ist, dass sich nun die montierte Kassette inklusive Freilauf problemlos und ohne Werkzeug von einem Corima-Laufrad auf ein anderes Corima-Laufrad „stecken“ lässt. Somit gehört bei einem kurzfristigen Umentscheiden des entsprechenden Hinterrad-Setups das mühevolle Ummontieren der Kassette eindeutig der Vergangenheit an. Nachdem ich die beiligenden speziellen Bremsbeläge eingesetzt, den Schlauchreifen mit der Pannenmilch befüllt und anschließend mit dem beiliegenden Winkeladapter – für das Befüllen der Reifen mit höherem Druck braucht man aber besser eine dritte Hand – aufgepumpt hatte, konnte die erste Ausfahrt endlich beginnen.

Meine Trainingsgruppe, die sich unter anderem aus sehr ambitionierten Langdistanz-Triathleten zusammensetzt, staunte nicht schlecht, als ich auf einmal mit der qualitativ hochwertigen Scheibe aufkreuzte. Die Fahr- und Rollgeräusche spornten mich dermaßen an, dass ich länger vorne im Wind fahren wollte. Interessanterweise kam ich im Vergleich zu früheren (ähnlich gestalteten) Ausfahrten mit der Gruppe wesentlich entspannter wieder zu Hause an. Die Befürchtung, ich könne bei Wind die Spur nicht halten, bewahrheitete sich überhaupt nicht. Im Gegenteil, auch bei böigem Seitenwind hatte ich keine Schwierigkeiten mit der Geradeausfahrt, und je nach Einfallwinkel erzeugten sie aufgrund der fehlenden Windverwirbelungen im Speichenbereich einen spürbar zusätzlichen Vortrieb. Kurvenfahrten und Wiegeschrittpassagen ließen sich wie mit normalen Laufrädern bewerkstelligen. Die Erkenntnis aus dem Test lautet für mich: Wer die (finanzielle) Möglichkeit hat und sein Zeitfahrrad beherrscht, kann mit einer Scheibe nicht nur schneller fahren, sondern auch noch Kraft für das Laufen aufheben.

Text/Foto: Andreas Klause

(Anmerkung der Redaktion: Andreas Klause ist ein erfahrener Langdistanztriathlet und sehr guter Radfahrer, der am 08.10.2016 zum dritten Mal bei der Ironman-WM auf Hawaii startet. Im vergangenen Jahr nahm er erfolgreich an dem Fahrradmarathon Paris – Brest – Paris über 1.200 Kilometer teil.)

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