Kristin Möller: Ich kann noch an einigen Stellschrauben drehen

Nach einem für Kristin Möller etwas enttäuschenden 26. Platz beim Ironman Hawaii 2014 hat die 31-Jährige ein kleines Reset vorgenommen: ein Trainerwechsel, eine gute Saisonplanung und gezieltes Schwimmtraining sollen sich langfrisitg auf ihre Resultate auswirken. Ein 5. Platz beim 70.3-Rennen in Brasilien zeigt, dass sie bereits auf dem richtigen Weg ist.

Wie bist du über den Winter gekommen? Hast du viel Zuhause trainiert oder warst du häufiger in südlichen Gefilden unterwegs?
Das Training in den Wintermonaten lief gut. Ich hatte mich in Abstimmung mit meinem neuen Trainer Roland Knoll entschieden, mich mit ihm und der Trainingsgruppe in Ingolstadt auf die kommende Saison vorzubereiten. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Ich habe in Ingolstadt ein Umfeld, das weit mehr umfasst als nur komfortable Trainingsbedingungen. An den matschigen und frostigen Tagen, hab ich es vorgezogen, meine Radeinheiten auf der Rolle zu absolvieren.

Was ist alles „neu“ dieser Saison?
Der Wechsel zum ehemaligen DTU Bundestrainer Roland Knoll hat bei mir einige Veränderungen bewirkt. Ich genieße es, dass er drei Mal in der Woche am Beckenrand steht, da wir so die Zeit haben, an meiner Schwimmtechnik und Schwimmgeschwindigkeit zu feilen. Definitiv trainiere ich jetzt auch mehr intensivere Einheiten und werde erst im Sommer über die volle Distanz starten.

Wie war für dich dein erstes Rennen in Brasilien? Warst du mit dem Ergebnis zufrieden?
Mein 5. Platz beim 70.3 Brasilia offenbarte mir, dass ich noch an einigen Stellschrauben drehen kann, damit beim nächsten Wettkampf die Kombination aus schnellem Radpart mit anschließend schnellem Laufsplit funktioniert. Beim Schwimmen sind wir auf dem richtigen Weg, da ich mich aufgrund des Neoprenverbots nicht so schlecht geschlagen habe.
Aber auch hier müssen wir noch an der Kraft arbeiten.

Welche Rennen sind für 2015 schon geplant?
Bevor ich mich wieder dem heimischen Publikum in meinem Wohnzimmer beim Ironman Frankfurt präsentiere, werde ich über einige europäischen Mitteldistanzen an den Start gehen.

Wie empfindest du die Entwicklung hin zum „Ganzjahrestriathleten“? Es gibt immer mehr Rennen weltweit – das ganze Jahr über. Was ist deine Strategie?
Die über das ganze Jahr hinweg stattfindenden Rennen bieten uns Athlelten die Möglichkeit, die Saison in Wettkampfblöcken nach eigenen Bedürfnissen und im Sinne unserer eigenen Leistungsfähigkeit sowie Regenerationsphasen zu planen. Ich vertraue 2015 auf die klassische Variante und habe mich in den Wintermonaten ausschließlich auf die Sommersaison vorbereitet. Bis auf den Ironman 70.3 Brasilia im Frühjahr, werde ich von Mai bis September nur bei europäischen Rennen starten, damit ich meine Energieressourcen schonen kann.

Wie wichtig ist für dich das Thema „aerodynamischer Rennanzug“? Beschäftigst du dich mit diesem Thema und wenn ja, wie gehst du damit um?
Aerodynamik spielt auch bei der Passform meines Rennanzugs eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund sitzt mein Arena Tri Suit Carbon hauteng, sodass am Rad keine unnötigen Verwirbelungen am Körper entstehen. Wenn ich schon soviel Zeit in mein Training investiere, möchte ich nicht, dass ich aufgrund meines Materials, das ich verwende, investierte Kraft in den Wind schieße.

Danke Kristin für das Interview und eine erfolgreiche Saison

Text: Meike Maurer
Fotos: Armin Schirmaier und Klaus Arendt

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