Tri-As Hamm: 25-jährigs Vereinsjubiläum

1989 gründete das Triathlon-Urgestein und Buchautor Dr. Hermann Aschwer mit zehn weiteren Gleichgesinnten den Triathlonverein „Tri-As Hamm“. 25 Jahre später, am 20.09. 2014 feierten rund 100 Triathleten (Tri) und Ausdauersportler (As) mit Angehörigen und Freunden ihr silbernes Jubiläum. Und auch die tritime durfte der Tri-As-Fete bei Kaffee und Kuchen und zahlreichen Ehrungen beiwohnen.

Teaminterne Ausscheidungsrennen beim gemeinsamen Training sowie abteilungs- und vereinsinterne Machtkämpfe um Pöstchen und Budgetzuteilungen führten vor genau 25 Jahren in dem damaligen Verein von Aschwer und seinen Sportkameraden zu immer mehr Unzufriedenheit. Um einen Ausweg aus dieser höchst unbefriedigenden Situation zu finden, schien die Gründung eines eigenen Vereins die einzig logische Konsequenz. Grund genug, der früheren Bergbaustadt Hamm einen Besuch abzustatten und der Tri-As Hamm bei mehreren Trainingseinheiten beizuwohnen.

„Man kann darüber streiten, ob ‚Tri-As Hamm‘ der 154. oder 155. Sportverein der Stadt Hamm ist.“ Mit diesem Satz leitete die Lokalzeitung vor genau 22 Jahren ihren Artikel über die Vereinsgründung ein. Ob diese Frage tatsächlich geklärt wurde, ist nicht bekannt und interessiert – vielleicht abgesehen von wenigen passionierten Statistikern – die mittlerweile 81 Mitglieder, darunter 35 Prozent Frauen, auch überhaupt nicht. Andere Themen bewegten die Triathleten in den Wochen rund um die Ironman Weltmeisterschaft auf Hawaii, als sich am 22.09.2011 die Vereinsmitglieder vor dem Maximare zum Trainingslauf am Datteln-Hamm-Kanal trafen. Schließlich stand mit Gregor Mitlewski der mittlerweile fünfte Athlet aus ihren Reihen an der Startlinie in Kona. Dass ihr zweiter Vorsitzender sich das Ticket im Rahmen der Lotterie ergattert hatte, schien ihm keiner der Anwesenden zu neiden.

Zusammenhalt macht stark
Es war geradezu auffällig, wie freundlich, locker und herzlich die Triathleten miteinander umgingen. Während bei vielen mir bekannten Trainingsgruppen häufig ein achtlos dahingemurmeltes „Hallo“ vorherrscht, begrüßten sich die Tri-As’ler allesamt mit Handschlag. Egal, ob jung oder alt, jeder hatten etwas Neues zu berichten. Auf mich als Außenstehenden wirkte es so, als hätten sie sich Ewigkeiten nicht gesehen, was aber nicht der Fall war. Schließlich entschieden die Damen keine zwei Wochen zuvor beim Ligaabschluss in Ratingen die Regionalliga-Meisterschaft für sich. Es spricht für den Zusammenhalt der Gruppe, dass zahlreiche Vereinsmitglieder ebenfalls in Ratingen ihr letztes Saisonrennen bestritten und nach Einlauf des letzten Tri-As-Athleten den Aufstieg des Damenteams in die NRW-Liga ordentlich feierten. In der Adventszeit findet dann noch eine mehrtägige Jahresabschlussfeier im großen Rahmen mit Partnern und Familie statt. In diesem Jahr geht es zum nahegelegenen Möhnesee, um an gemütlichen Abenden die „geschlagenen Schlachten“ der vergangenen Saison in Wort und (bewegten) Bildern Revue passieren zu lassen und diverse Ehrungen vorzunehmen. Dieser Zusammenhalt kommt nicht von ungefähr, ist es in dem Verein doch usus, dass jedes neue Mitglied nicht nur persönlich per E-Mail begrüßt und dem ganzen Verein – alle Vereinsmitglieder erhalten diese Information ebenfalls – vorgestellt wird, sondern für vier bis sechs Wochen auch einen „persönlichen Kümmerer“ zur Seite gestellt bekommt, an den sich „der Neue“ dann mit allen Fragen rund um das Vereinsleben und das Training wenden kann. „Aber bevor jemand den Aufnahmeantrag unterzeichnet, sollen Interessierte unsere Philosophie und die Mitglieder beim gemeinsamen Training kennenlernen“, betont Dr. Hermann Aschwer. „Denn bei uns steht das Gesundheitsprinzip und das gemeinsame Erlebnis Triathlon an erster Stelle: Gesundheitssport mit Familienanschluss. Natürlich gibt es auch ambitionierte Mitglieder, wie die Erfolge der Damenmannschaft und etlicher Athleten bei Meisterschaften auch beweisen, jedoch darf der Leistungsgedanke nicht gruppenkontraproduktiv sein und die vermeintlich Schwächeren schlecht aussehen lassen. Egozentrische Einzelkämpfer, die nur an ihren eigenen Vorteil denken, werden auf Dauer bei uns nicht glücklich.“ Im weiteren Verlauf der Gespräche stellte sich heraus, dass es unter den Tri-As’lern, von denen die meisten zwischen 30 und 40 Jahre jung sind, nur sehr wenige passive Vereinsmitglieder gibt. Knapp 70 Prozent besitzen einen Startpass des Nordrhein-Westfälischen Triathlon-Verbandes. Durchschnittlich zehn Wettkämpfe absolviert jedes Mitglied im Laufe einer Saison.

Tri-As Triathlon-Cup
Anstelle der sonst üblichen Vereinsmeisterschaften bietet der „Tri-As Triathlon-Cup“ allen Vereinsmitgliedern die Möglichkeit, bei acht ausgewählten Veranstaltungen Wertungspunkte zu sammeln. Zusätzlich darf auch noch eine Lang- und Mitteldistanz eingebracht werden. Im Vordergrund steht jedoch nicht die Platzierung, sondern die erzielte Zeit, die mithilfe eines Distanz-, Alters- und Geschlechtsfaktors in Punkte umgerechnet werden. Am Ende des Jahres werden die vier besten Wettbewerbe bei der Ermittlung des Vereinsmeisters berücksichtigt. Jeder Sportler, der in die Wertung kommt, erhält unabhängig von seinem Abschneiden einen Zuschuss von 50 Euro. Anreiz genug, denn die Jahresmitgliedschaft beträgt 55 Euro pro Person. Jedes weitere Familienmitglied über 18 Jahre zahlt 40 Euro, Kinder und Jugendliche zehn Euro.
Die Trainingsbedingungen können sich ebenfalls sehen lassen. Während viele Vereine gerade in den Ballungszentren um jede freie Bahn im Frei- oder Hallenbad kämpfen müssen, stehen der Tri-As Hamm im 28 Grad Celsius warmen Hallenbad Maximare dreimal wöchentlich gleich mehrere Bahnen zur Verfügung. Neben dem zweimaligen Lauftraining finden sich beim Radfahren immer kleinere Gruppen nach Leistungsstärke zusammen. Regelmäßig werden Radtouristiken genutzt, um auch hier dem gemeinsamen Hobby nachzugehen.

Dr. Hermann Aschwer, der die Geschicke des Vereins seit seiner Gründung leitet, sieht sich selbst eher in der Funktion eines Mentors, Mediators und Kümmerers, denn als Vorsitzender und Imperator mit eisernem Regiment, der an seinem Posten klebt. Letzteres würde ja auch dem Ursprungsanlass der Vereinsgründung widersprechen.

Text: Klaus Arendt
Fotos: Klaus Arendt

Internet: tri-as-hamm.de

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