Hitze und Magen-Darm Beschwerden: welchen Einfluss hat das Sportgetränk?

Trinken beim TriathlonHitze kann das Gleichgewicht des Magen-Darm-Trakts negativ beeinträchtigen. Beschwerden, die daraus resultieren, führen sehr oft zum Abbruch eines Wettkampfs. Verschiedene Faktoren sind für das Entstehen dieser Probleme verantwortlich.

 

Athleten stellen sich häufig die Frage, ob es einen Einfluss hat, ob man Wasser, eine Kohlenhydrat-Lösung oder Proteine vor und während der Belastung zuführt? Studien sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

Heiße Außenbedingungen verschlechtern die Durchblutung des Darms, da das Blut an der Körperoberfläche verstärkt benötigt wird, um die angestaute Hitze abzuführen. Das heißt, die Thermoregulation geht auf Kosten einer optimalen Durchblutung des Magen-Darm-Trakts. Dies führt zu sogenannten Permeabilitätsänderungen im Darm, was zur Folge hat, dass die gesunde Barrierefunktion des Darms geschädigt wird. Außerdem entstehen durch die Hitze im Körper entzündungsfördernde Stoffe  – sogenannte Zytokine. Akute und chronische Probleme des Magen-Darm-Trakts sind daher meist die Antwort auf diese physiologischen Veränderungen. Mehr als 60 Prozent der Athleten bekommen derartige Probleme während und nach der Wettkämpfe.

Kohlenhydratzufuhr ist förderlich

Kohlenhydrate, Aminosäuren und deren Vorstufen, verbessern  allgemein die Durchblutung des Darms während der Aufnahme. Diese Verbesserung der Mikrodurchblutung war Anlass, den Einfluss dieser Stoffe auf das Auftreten von Magen-Darm Problemen zu untersuchen. Es konnte gezeigt werden, dass die angepasste kontinuierliche Zufuhr einer Kohlenhydratlösung (Glukose), sich positiv auf die Balance des Magen-Darm-Trakt auswirkt. Ferner stabilisiert sie den Blutzuckerspiegel, erhöht die Endotoxin-Abtransport aus dem Körper (Zerfallsprodukte von Bakterien, die im Menschen zahlreiche physiologische Reaktionen auslösen können) und senkt den Cortisol- und Interleukin 6-Spiegel (reglen Entzüdnungsreaktionen im Organismus) während der Belastung.

Proteine bei der Belastung besser vermeiden

Obwohl Proteine eigentlich die Darmschleimhaut stabilisieren, erhöht die Zufuhr von Proteinen  – im Vergleich zu Kohlenhydratlösungen und Wasser – während der Belastung die Wahrscheinlichkeit, Magen-Darm-Probleme zu bekommen. Proteinen führen häufig zu starkem Aufstoßen und Blähungen. Die Ursachen dafür sind eine verlangsamte Magenentleerung und eine veränderte Darmmotilität.

Jeder Sportler ist anders

Natürlich spricht jeder Athlet in jeder Disziplin, bei verschiedenen Intensitäten individuell unterschiedlich auf die Zufuhr von Wasser, Kohlenhydraten und Eiweiß an. Die Ergebnisse weisen jedoch darauf hin, dass es optimal ist, vor und während Ausdauerbelastungen Kohlenhydrate in angepasster Menge und Verdünnung zu sich zu nehmen.

Künftige Studien wollen nun herausfinden, wie hoch die Mindestmenge an Kohlenhydraten ist, die erforderlich ist, um gastrointestinale Beschwerden bei verschiedenen Intensitäten und Belastungszeiten zu vermeiden.

 

Caroline Rauscher ist studierte Pharmazeutin mit Weiterbildung im Bereich Ernährung. Sie besitzt fundierte Kenntnisse im Bereich der Leistungsphysiologie. Ihre Kontakte zu weltweit führenden Forschern nutzt sie u.a. für eine optimale und individuelle Konzeption von Sportgetränken, für die Herstellung von Mikronährstoffen je nach Bedarf eines Sportlers sowie für die Ernährungsberatung von Profis und Amateuren. Sie betreut international erfolgreiche Winter- und Sommersportler. Darunter bekannte Namen wie Julia Gajer, Yvonne van Vlerken, Eva Wutti, Laura Philipp, Nils Frommhold, Florian Angert. Mehr Infos

 

 

Foto: Meike Maurer

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