WTS Hamburg: Laura Lindemann sprinted aufs Podium

Beim 5. WTS-Rennen der Saison war die amtierende Weltmeisterin Flora Duffy von den Bermudas einmal mehr nicht zu schlagen. Laura Lindemann wurde hervorragende Dritte.

 

Die bekannt gute Radfahrerin Flora Duffy erarbeitete sich nach dem Schwimmen auf ihrer Paradedisziplin einen Vorsprung von rund 42 Sekunden gegenüber Kirsten Kasper (USA) und Jessica Learmonth (GBR), mit denen sie auf der 21 Kilometer langen Radstrecke fünfzehn Kilometer gemeinsame Sache gemacht hatte. Zehn Sekunden später dahinter nahm Laura Lindemann als Achte die Verfolgung der vor ihr liegenden Athletinnen auf. Während Flora Duffy an der Spitze einsam in Führung lag, wurden bereits zur Hälfte der ersten Laufrunde Kasper und Learmonth von Ashley Gentle (AUS), Andrea Hewitt und Laura Lindemann eingeholt. Zu Beginn der zweiten und letzten Runde über 2,5 Kilometer versuchte Laura Lindemann bereits gegenüber ihren Mitstreiterinnen ein deutliches Zeichen zu setzen, indem sie sich mit einer Tempoverschärfung von Andrea Hewitt (NZL) und Jolanda Annen (SUI) abzusetzen versuchte. Das gelang ihr zunächst nicht ganz. Im weiteren Verlauf gesellte sich noch die Amerikanerin Katie Zaferes hinzu, sodass aus dem Dreikampf um Platz 3 ein Vierkampf wurde.

Nachdem der Sieg von Flora Duffy nach 58:59 Minuten vor Ashley Gentle feststand, setzte sich Laura Lindemann im langgezogenen Sprint der Verfolgerinnen gegenüber Katy Zaferes durch und wurde hervorragende Dritte.

Das WTS-Rennen wurde von einem schweren Radunfall am Ausgang der Wechselzone überschattet, als es am Ende der drittletzten Radrunde im großen Verfolgerfeld an einer Bodenwelle zu einem Sturz kam, bei dem sich die Französin Cassandre Beaugrand (Fußverletzung) und Juri Ide (Beckenverletzung) aus Japan schwer verletzten und ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Text/Foto: Klaus Arendt

Pressemitteilung Deutsche Triathlon Union

Laura Lindemann hat der Deutschen Triathlon Union (DTU) nach drei Jahren wieder einen Podestplatz in der ITU World Triathlon Series beschert. Es ist zugleich das erste Podium für die Potsdamerin in der wichtigsten Triathlon-Kurz-Distanz-Serie der Welt. Die 21-Jährige zeigte sich beim Heimrennen in Hamburg vom Start bis ins Ziel hellwach und wurde in einem packenden Finale auf dem Hamburger Rathausmarkt nach 59:40 Minuten Dritte. Der Sieg ging an Flora Duffy (Bermudas), die sich auf den 21 Radkilometern allein absetzte und nach 58:59 Minuten zum ersten Mal in Hamburg gewann. Zweite wurde die Australierin Ashley Gentle (59:30 Min.) „Ich habe 100 Prozent gegeben, mehr ging nicht. Ich bin einfach überwältigt“, sagte Lindemann im Ziel überglücklich. Die Stimmung und der Jubel der Zuschauer habe sie über die gesamte Strecke getragen, so die DTU-Athletin weiter.

Bei Temperaturen um 20 Grad erwischte Lindemann in der Binnenalster einen guten Start. Nach etwas mehr neun Minuten stiegen die ersten der 62 Athletinnen aus dem Wasser. Die 21-Jährige hatte als 14. nur wenige Sekunden Rückstand auf die Spitze und lag damit im Soll. Im weiteren Rennverlauf übernahm die Deutsche in der Verfolgung eines Führungstrios um Weltmeisterin Flora Duffy beim Radfahren immer wieder Verantwortung, indem sie Tempoarbeit machte. So entging die Sprint-Europameisterin von Düsseldorf auch einem Sturz nach der dritten Radrunde. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass Duffy in einer Soloflucht fast eine Minute Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen herausfuhr. Dieses Polster reichte für den ersten Hamburg-Sieg der 29-Jährigen. Dahinter entwickelte sich ein spannendes Rennen um die Plätze zwei und drei – mit dem besten Ende für Ashley Gentle und Laura Lindemann, die nach den Rängen sieben (2015) und neun (2016) nun auch das Podium von Hamburg erklommen hat.

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