Team-WM in Hamburg: Deutschland wird Zehnter

Im mittlerweile olympischen Mixed-Team-Wettbewerb setzte sich in einem spannenden Wettstreit Australien gegen die Konkurrenz durch. Deutschland erkämpfte sich den zehnten Platz.

 

In der Reihenfolge Frau-Mann-Frau-Mann über eine Supersprint-Distanz von 300 Meter Schwimmen, 7 Kilometer Radfahren (2 Runden) und 1,6 Kilometer Laufen (2 Runden) absolviert bei der Mixed-Team WM jeder Staffelteilnehmer einen kompletten Triathlon. Vier Jahre ist es her, dass das deutsche Team in Hamburg den WM-Titel erkämpfte, 2016 gewannen die Gastgeber Bronze, die USA den Titel.

Den Auftakt machte die Anja Knapp. Die bekannt gute Schwimmerin wechselte als sechste Athletin auf das Rad und konnte bis zum Laufen diese Platzierung auf dem rutschigen Untergrund des Hamburger Innenstadtkurses halten. Beim Laufen fand die 28-Jährige – wie sie im Fernsehinterview danach sagte – nicht ihre Beine und verlor auf die Spitze einige Sekunden und Plätze.

Moritz Horn nahm als zweiter Athlet  mit einem Rückstand von 18 Sekunden auf Japan die Verfolgung auf. Im Gegensatz zu den meisten Mistreitern absolvierte der 17-Jährige den Schwimmpart ohne Neoprenanzug. Auch wenn er vier Sekunden auf die Spitze verlor machte er einige Sekunden durch einen couragierten und schnellen Wechsel wieder wett. Während auf dem Rad die Amerikaner und Franzosen das Tempo diktierten und als erste die dritte Disziplin in Angriff nahmen, musste Moritz Horn dann doch ein wenig abreißen lassen und übergab mit einem großen Rückstand auf das führende Team aus Frankreich den „imaginären Staffelstab“ an Laura Lindemann.

Mit einem Rückstand von 1:08 Minuten und Rang 13 nach dem Schwimmen ging die amtierende Europameisterin ins Rennen. Wie Katie Zaferes vom amtierenden Team-Weltmeister an der Spitze fuhr Laura Lindemann, die sich erst gar nicht die Mühe machte, die Radschuhe festzuzurren, „ohne Unterstützung“ alleine den vor ihr liegenden Athletinnen hinterher. Selbst ein verkorkster zweiter Wechsel der Amerikanerin änderte nichts an dem großen Vorsprung ihres Teams vor den Niederlanden und Canada. Laura Lindemann holte auf den letzten Radkilometern noch zwei Teams ein und wechselte als Elfte in die Laufschuhe. Angefeuert von den zahlreichen Zuschauern an der Strecke verkürzte sie den Rückstand auf holte auf den letzten Metern noch die Schweizerin ein und  klatschte mit den Spaniern zeitgleich den letzten deutschen Staffelstarter ab.

Lasse Nygaard-Priester (21), der vor drei Wochen bei der EM in Düsseldorf überraschend den sechsten Platz erkämpfte, zeigte ein engagiertes Rennen. Gemeinsam mit Richard Murray (RSA) und drei weiteren Triathleten machte Nygaard-Priester in der Verfolgung gemeinsame Sache und konnte den Rückstand bis zum letzten Wechsel verkürzen.

In einer spannenden Laufentscheidung – fünf Teams wechselten zeitgleich in die Laufschuhe – setzte sich Australien vor den USA und den Niederlanden durch. Das deutsche Team erkämpfte sich letztendlich den zehnten Platz.

Text: Klaus Arendt
Foto: Janos Schmidt | triathlon.org (Archiv 2016)

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