Katrin Esefeld: Weniger ist manchmal mehr

Katrin Esefeld_ZielZum wiederholten Male ist Katrin Esefeld aus München Altersklassen-Weltmeisterin beim Ironman Hawaii geworden und zudem beste Deutsche. Wir haben mit der Ärztin über ihren Erfolg und ihr Training gesprochen.

 

Katrin Esefeld macht seit 14 Jahren Tiathlon und ist immer eine Bank, wenn es um Top-Ergebnisse bei wichtigen Rennen geht. Wir wollten wissen, was das Erfolgsgeheimnis der 33-Jährigen ist.
Katrin Esefeld_Hawaii SiegerehrungKatrin, du bist beim Ironman Hawaii 2015 overall AK-Weltmeisterin geworden und warst zudem auf Gesamtrang 19 beste Deutsche noch vor den deutschen Profi-Frauen. Was bedeutet dir dieser Erfolg?
Das bedeutet mir wirklich sehr viel. Es ist mein bisher größter sportlicher Erfolg.

Du machst seit vielen Jahren Triathlon auf einem sehr hohen Niveau und hast zudem einen anstrengenden Job als Ärztin, der dich täglich mindestens zehn Stunden beansprucht, wie schaffst du es, dich immer wieder neu fürs Training und für Wettkämpfe zu motivieren?
Das Wichtigste ist, dass man Spaß hat an dem, was man tut und das habe ich nach wie vor und freue mich auf jeden einzelnen Wettkampf, den ich bestreite. Zudem setzte ich mir feste Ziele, das hilft mir, mich für das Training zu motivieren – auch wenn das zugegebener Massen neben der Arbeit nicht immer leicht ist.

Was ist dein Geheimnis für effektives Training? Wie schaffst du es, unnütze Trainingseinheiten einfach wegzulassen, um Zeit zu sparen und immer mit Sinn Katrin Esefeld_Portraitund Verstand zu trainieren?
Für unnütze Trainingseinheiten habe ich definitiv keine Zeit. Mir bleibt also nicht anderes übrig, als effektiv zu trainieren. Meine Devise ist deswegen klar und lautet „weniger ist manchmal mehr!“
Zu meinen Lieblingseinheiten gehört bspw. 100 km Radfahren mit 3 x 20 km Intervallen im Wettkampftempo und im Anschluss ein zwanzigminütiger Koppellauf. In meinem Training funktioniert viel über Intervalle und wenig über Umfänge. Eine klassische Laufeinheit ist nach dem Einlaufen z. B. 6 x 4 Minuten im Wettkampftempo. Dazu muss ich aber sagen, dass ich allerdings von Haus aus eine sehr gute Grundlagenausdauer besitze, ansonsten könnte ich das sicher nicht so machen. Unsinniges „km-Fressen“ lass ich auf alle Fälle weg. Außerdem lege ich mittlerweile sehr viel Wert auf regelmäßiges Stabi-Training, da ich der festen Überzeugung bin, dass das oft mehr bringt, als noch eine zusätzliche Lauf- oder Radeinheit einzubauen.

Am Wettkampf hängt die Leistung oft mit einer guten mentalen Verfassung zusammen. Wie schaffst du es, dass dein Kopf immer bereit ist, 100 Prozent Leistung zu bringen?
Na ja, ich ringe mir doch nicht im Vorfeld jede freie Minute fürs Training ab, um dann beim Wettkampf nur 80 Prozent zu geben ;-).  Ich weiß, dass mir viele Leute die Daumen drücken und mich unterstützen – vor und während des Wettkampfs. Das hilft mir und motiviert mich zusätzlich, mein Bestmögliches zu geben. Und natürlich macht es mir immer Spaß, bei Wettkämpfen zu starten.

Dein Trainer Marc Pschebizin ist selbst ein großartiger Sportler, der die Extremen Katrin Esefeld_BikeCheckinliebt, wie den Norseman oder den Inferno-Triathlon in der Schweiz. Werden wir dich auch bald bei solchen Rennen sehen?
Ich bevorzuge auf jeden Fall harte Rennen, daher könnte ich es mir gut vorstellen, irgendwann beim Inferno-Triathlon zu starten.

Wie sieht deine Saisonplanung für 2016 aus?
Ich möchte beim Challenge Roth starten und ein paar Duathlons der Powerman-Serie bestreiten und als Höhepunkt werde ich natürlich wieder zum Ironman Hawaii reisen.

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für deine nächste Saison.

Interview: Meike Maurer
Fotos: privat

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