Ironman 70.3-Weltmeisterschaft: Doppelsieg für Frodeno und Kienle

Jan Frodeno_Zell am SeeNach dem Ironman-Sieg in Frankfurt gewinnt Jan Frodeno mit einer super Leistung das 70.3-WM-Rennen in Zell am See. Die Ränge zwei und drei gehen an Sebastian Kienle und Javier Gomez. Die Siegerin im Damenrennen heißt Daniela Ryf. Wurtele und Beranek komplettieren das Podium.

Nach drei Veranstaltungen mit Regen und kalten Temperaturen lachte am heutigen Sonntag passend zur Ironman 70.3-Weltmeisterschaft in Zell am See die Sonne und hüllte Schwimmen Zell am Seedie Strecken in den Bergen des Pinzgaus in weltmeisterlichen Glanz. 53 gemeldet Profi-Männer und 39 Profi-Frauen sowie knapp 2.700 Age Grouper, die sich weltweit bei 69 70.3-Events für die diesjährige 70.3-WM qualifiziert hatten, kämpften um die Platzierungen. Punkt 10.45 Uhr fiel der Startschuss für das Elite-Rennen der Herren. Drei Minuten später folgten die Damen.

Das Schwimmen: Alle Favoriten dicht zusammen
Wie zu erwarten war die Spitze des Männerrennens nach der 1,9 Kilometer langen Schwimmrunde durch das angenehm warme Wasser des Zeller Sees noch dicht zusammen. Alle Favoriten kamen innerhalb von wenigen Sekunden aus dem Wasser. Als Erster konnte der Freiburger Andi Böcherer das Wasser nach 22:12 Minuten verlassen. Dicht gefolgt von dem amtierenden 70.3-Weltmeister Javier Gomez, Jan Frodeno und Michael Raelert.
Während die Herren quasi gemeinsam in die erste Wechselzone einliefen hatte sich das Damenfeld beim Schwimmen schon etwas auseinandergezogen. Schnellste Schwimmerin war die Amerikanerin Lauren Brandon mit einer weltrekordverdächtigen Zeit von 22:53 Minuten. Ihr folgten mit rund 30 und 40 Sekunden Rückstand die Tschechin Radka Vodickova und die amtierende Weltmeisterin auf der 70.3-Distanz, Daniela Ryf.

Top Ten nach dem Schwimmen im Männerfeld:

  1. Böcherer, Andi (GER) 00:22:12
  2. Gomez, Javier (ESP) 00:22:12
  3. Frodeno, Jan (GER) 00:22:14
  4. Raelert, Michael (GER) 00:22:15
  5. Kueng, Manuel (SUI) 00:22:17
  6. Ciavattella, Jonathan (ITA) 00:22:18
  7. Seear, James (AUS) 00:22: 20
  8. Scheltinga, Evert (NED) 00:22:20
  9. Wild, Ruedi (SUI) 00:22:21
  10. Appleton, Sam (AUS) 00:22:22

Top Six nach dem Schwimmen im Frauenfeld:

  1. Brandon, Lauren (USA) 00:22:53
  2. Vodickova, Radka (CZE) 00:23:21
  3. Ryf, Daniela (SWZ) 00:23:46
  4. Swallow, Jodie (GBR) PRO 00:24:00
  5. Kaye, Alicia (USA) 00:24:03
  6. Lisk, Ricarda (GER) 00:24:03

Andi Dreitz und Daniela Ryf dominieren den Bike-Part
Wie erwartet waren die Favoriten im Männerfeld auch auf den ersten 20 flachen Kilometern eng zusammen. Am rund 14 km langen Anstieg hoch zum Filzensattel auf 1.280 Metern sollte sich das allerdings ändern. Andi Dreitz und Andi Böcherer erreichten als Erste den Gipfel. Gefolgt von Jan Frodeno, Michael Raelert und Nils Frommhold. Als Sechster und Sieber konnten der Italiener Jonathan Ciavattella und Javier Gomez den Ausblick auf den Hochkönig genießen bevor es in die rasante und kurvenreiche Abfahrt ging. Zu diesem Zeitpunkt lag Sebastian Kienle rund 3:20 Minuten hinter den Führenden zurück, aber für ihn war zu diesem Zeitpunkt noch nichts verloren.
Auf den letzten 40 Kilometer der Radstrecke, die flach bis leicht fallend wieder zurück nach Zell am See führte, drückte Andi Dreitz weiter aufs Tempo. Er wußte, wenn er eine Chance aufs Podium haben wollte, musste er auf dem Rad einen möglichst großen Vorsprung rausfahren, denn die guten Läufer wie Jan Fordeno, Javier Gomez, Michael Raelert und Sebastian Kienle würden heute nichts zu verschenken haben. So richtig konnte Dreitz allerdings seine Verfolger nicht abschütteln. Frodeno blieb im bis zur zweiten Wechselzone dicht auf den Fersen, sodass Dreizt nur wenige Sekunden herausfahren konnte und auch Sebastian Kienle und Javier Gomez waren bis zum abschließenden Halbmarathon noch in Schlagweite.

Daniela Ryf zerlegt auf dem Rad wie erwartet das Damenfeld
Im Damenrennen dominierten Daniela Ryf und Anja Beranek das Feld auf dem 90 Kilometer langen Radkurs. Mit 1:35 Minuten konnte die Deutsche der Schweizerin auf den höchsten Punkt der Radstrecke folgen. Alicia Kaye ging als dritte Dame in die Abfahrt. In den Top Ten lagen zu diesem Zeitpunkt auch Julia Gajer auf Rang sieben und Svenja Bazlen auf Rang 10. Allerdings hatte die Wahl-Tübingerin zu diesem Zeitpunkt bereits über 7 Minuten auf die Führende verloren. Auch bis in die zweite Wechselzone sollte sich an den Positionen im Damenrennen nicht mehr all zu viel ändern. Ryf stieg mit einem Vorsprung von über 4 Minuten auf Beranek vom Rad. Mit weiteren 4 Minuten Abstand folgte die Kanadierin Magali Tisseyre. Dicht gefolgt von Alicia Kaye.

Top Ten nach dem Radfahren im Männerfeld:

  1. Dreitz, Andreas (GER) 02:32:45
  2. Frodeno, Jan (GER) 02:33:21
  3. Boecherer, Andi (GER) 02:33:28
  4. Kienle, Sebastian (GER) 02:36:01
  5. Raelert, Michael (GER) 02:37:44
  6. Van Berkel, Jan (SUI) 02:37:45
  7. Frommhold, Nils (GER) 02:37:47
  8. Ciavattella, Jonathan (ITA) 02:37:49
  9. Wild, Ruedi (SUI) 02:37:51
  10. Gomez, Javier (ESP) 02:37:54

Top Ten nach dem Radfahren im Damenfeld:

  1. Ryf, Daniela (SUI) 02:48:43
  2. Beranek, Anja (GER) 02:52:53
  3. Tisseyre, Magali (CAN) 02:56:48
  4. Kaye, Alicia (USA) 02:57:04
  5. Wurtele, Heather (CAN) 02:58:11
  6. Lawrence, Holly 02:59:27
  7. Kessler, Meredith (USA) 02:59:49
  8. Deckers, Tine (BEL) 03:00:33
  9. Bilham, Emma (SUI) 03:01:23
  10. Butterfield, Nikki (AUS) 03:02:12

Die schnellen Läufer Frodeno, Kienle und Gomez machen alles klarJan Frodeno_Zell am See
Bereits nach wenigen Kilometer entlang des Zeller Sees hatte Jan Frodeno Andi Dreitz bei Temperaturen deutlich über 30 Grand gestellt. Auch Sebastian Kienle und Javier Gomez sollten wenig später folgen. Andi Böcherer, der als Dritter vom Rad gestiegen war, hatte zwar zu kämpfen, hielt sich aber hervorragend. Die große Frage hieß nun, würden Jan Frodeno und Sebastian Kienle ihren Vorsprung vor dem ITU-Starter und mehr als starken Läufer Gomez ins Ziel bringen können. Der ehemalige Olympiasieger von 2008 versuchte, wie bei seinem Sieg Sebastian Kienle_Zell am Seebeim Ironman Frankfurt, auf eine gute Verpflegung zu setzten und das Tempo ansonsten hochzuhalten. Der amtierende Ironman-Weltmeister Kienle ging auf Risiko und lief mit 1:15:22 h so schnell wie noch nie. Damit war der Knittlinger laufend flotter als Frodeno und Gomez unterwegs, sodass sich die beiden Deutschen ihren Doppeltriumph nicht mehr nehmen liessen. Mit einer Schwimmleistung von 22:14 Minuten, einer Radzeit von 2:09:04 h und einem Halbmarathon von 1:16:32 h lief Jan Frodeno als strahlender Sieger über die Ziellinie in der City von Zell am See. Sebastian Kienles Kampf wurde mit der Silbermedaille belohnt. Rang drei ging an den Spanier Javier Gomez, der sich vermutlich etwas mehr erhofft hatte. Hinter dem Belgier Bart Aernouts belegt Michael Raelert einen guten 5. Platz. Andi Böcherer sprintet im Zielkanal nach einer mehr als starke Schwimm- und Radleistung auf Rang sechs. Der Schweizer Jan van Berkel wird eine Woche nach seinem zweiten Platz beim beinharten Inferno-Rennen in der Schweiz Siebter. Den Triumph der Deutschen machte Andi Dreitz auf dem neunten Rang perfekt.

Top Ten der Männer im Ziel:

  1. Frodeno, Jan (GER) 03:51:19
  2. Kienle, Sebastian (GER) 03:52:48
  3. Gomez, Javier (ESP) 03:55:05
  4. Aernouts, Bart (BEL) 03:56:28
  5. Raelert, Michael (GER) 03:56:34
  6. Boecherer, Andi (GER) 03:56:52
  7. Van Berkel, Jan (SUI ) 03:57:47
  8. Butterfield, Tyler (BER) 03:58:44
  9. Dreitz, Andreas (GER) 03:58:58
  10. Molins, Albert (ESP) 04:00:11

Daniela Ryf siegt souverän – Beranek wird großartige Zweite
Das Rennen der Damen war nach dem Radfahren mehr oder weniger entschieden. Die Daniela Ryf_Zell am Seederzeit alles dominierende Athletin auf der Mittel- und Langdistanz Daniela Ryf aus der Schweiz ließ auch beim Laufen nichts mehr anbrennen und sicherte sich einmal mehr souverän den WM-Titel im Salzburger Land. Ihre Splitzeiten sagen alles – 23:46 swim / 2:21:10 bike / 1:22:52 run. Den hart umkämpften zweiten Rang sichert sich Heather Wurtele vor Anja Beranek, die bis zum Schluss alles gegeben hat und verdient mit einer Top-Leistung den letzten Platz auf dem Podium belegte. Julia Gajer und Ricarda Lisk runden das erfolgreiche Wochenende der Deutschen in Österreich mit den Plätzen 6 und 8 ab.

Top Ten der Damen im Ziel:

  1. Ryf, Daniela (SUI) 04:11:34
  2. Wurtele, Heather (CAN) 04:23:07
  3. Beranek, Anja (GER) 04:24:10
  4. Tisseyre, Magali (CAN) 04:25:33
  5. Kaye, Alicia (USA) 04:27:39
  6. Gajer, Julia (GER) 04:29:53
  7. Cheetham, Susie (GBR) 04:30:31
  8. Ricarda (GER) 04:30:47
  9. Barnett, Lauren (USA) 04:31:00
  10. Bilham, Emma (SUI) 04:31:47

Alle Ergebnisse

Text und Fotos: Meike Maurer

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